Massentests
Pilotprojekt startet im Aargau – Kanti Zofingen testet am Mittwoch

In zwei Schulen, einem Pflegeheim und einer Betreuungsinstitution werden im Rahmen eines Pilotprojekts ab nächster Woche wiederholt Tests durchgeführt.

Eva Berger
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Bei den repetitiven Massentests werden Speicheltests verwendet.

Bei den repetitiven Massentests werden Speicheltests verwendet.

Moritz Hager

Seit dem 25. Januar sind die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 im Fernunterricht. Ab Montag geht der Präsenzunterricht wieder los – und an der Kantonsschule Zofingen traben die Schüler am Mittwoch zum ersten Mal zum Massentest auf das Coronavirus an. Dann startet das Pilotprojekt für regelmässige Tests mit grossen Personengruppen durch den Kanton.

Wie das Gesundheitsdepartement am Freitag mitteilte, machen beim Pilotprojekt für das wöchentliche freiwillige Testen mit: die Kreisschule Aargau Süd in Reinach, die Kantonsschule Zofingen, das Regionale Pflegezentrum Baden und die Betreuungsinstitution Zeka in Baden-Dättwil. Insgesamt werden rund 3000 bis 4000 Personen einmal in der Woche auf das Coronavirus getestet. Die Teilnahme ist freiwillig, wer mitmacht, muss eine Einverständniserklärung unterschreiben, bei Minderjährigen machen das die Eltern.

Beim regelmässigen Testen grosser Personengruppen geht es darum, insbesondere unentdeckte Ansteckungen zu finden und Infektionsketten zu unterbrechen. Nach den vorsichtigen Lockerungsmassnahmen, die am Montag in Kraft treten werden, sei das Projekt ein weiterer konkreter Beitrag des Kantons an die Bewältigung der Pandemie, heisst es in der Medienmitteilung des Gesundheitsdepartements.

Stolz und Freude an der Kantonsschule Zofingen

Patrick Strössler, Rektor der Kantonsschule Zofingen, freut sich darüber, dass seine Schule beim Pilotprojekt mitmacht. (aufgenommen Zofingen, 10.08.2020)

Patrick Strössler, Rektor der Kantonsschule Zofingen, freut sich darüber, dass seine Schule beim Pilotprojekt mitmacht. (aufgenommen Zofingen, 10.08.2020)

Britta Gut

Patrick Strössler ist Rektor der Kantonsschule Zofingen. «Mit dem repetitiven Testen können wir unseren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten», sagt er auf Anfrage. Er hoffe, dass es durch die regelmässigen Tests zu weniger Quarantänefällen kommen wird, aber auch persönlich sei er vom Vorgehen überzeugt, sagt der Rektor:

«Ich freue mich und bin auch etwas stolz darauf, dass die Kanti Zofingen für dieses Pilotprojekt ausgewählt wurde.»

Das Bildungsdepartement sei auf ihn zugekommen, sagt Strössler. Er habe zuvor schon sein Interesse signalisiert. Dass nun seine Schule zum Zug kommt, liege womöglich auch an deren Überschaubarkeit – mit rund 420 Schülerinnen und Schülern ist Zofingen die kleinste Kantonsschule des Aargaus.

In der Pilotphase will das Gesundheitsdepartement in Zusammenarbeit mit den Institutionen die optimalen Prozesse und Organisation finden, damit die Tests später auch in anderen Schulen, Betreuungsinstitutionen und Pflegeheimen durchgeführt werden können. «Wir haben uns für die Pilotphase für diese Institutionen entschieden, weil wir mit diesem Setting sowohl Kinder als auch junge Erwachsene und Erwachsene in verschiedenen Lebenslagen testen können», wird Kantonsärztin Yvonne Hummel in der Mitteilung zitiert. Die Kriterien für die Teilnahme von weiteren Institutionen am Projekt werden nach der Pilotphase überprüft und definitiv festgelegt.

Speichelproben werden selbstständig entnommen

Der eigentliche Ablauf der Massentests ist unspektakulär. Die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Zofingen werden am Dienstag in der Schule ein Teströhrchen erhalten, am Mittwoch bringen sie dieses mit einer Speichelprobe wieder in den Unterricht. Die Proben werden eingesammelt und zu einem Pool zusammengeführt. Dieser wird im Labor analysiert. Ist die Probe positiv, wird die getestete Gruppe zu einem zweiten Test aufgeboten, Träger des Virus werden isoliert.

«Auf den Schulalltag hat das repetitive Testen nur sehr wenig Einfluss», sagt Rektor Strössler. Auch den administrativen Aufwand nehme man gerne in Kauf, «das ist es uns wert». Zudem klappe die Zusammenarbeit mit dem Kanton gut, «wir werden eng betreut», so Strössler. Er gehe auch nicht von grösserem Widerstand gegen das Testen bei Schülerinnen und Schülern aus. «Der Speicheltest ist unproblematisch und macht niemandem Angst», glaubt Strössler. Zumindest am Freitag hat der Zofinger Rektor noch keine negativen Reaktionen erhalten.