Die Teilnehmer spürten die Hexen vom Maiengrün im Nacken, rätselten, was der Drache auf dem Drachebänkli im Maul festhält und hörten die schaurig-schöne Geschichte des Freiherrn von Rüegsegg, der beim Fährgang auf der Reuss seine beiden Kinder verlor und eine Laterne stiftete, um andere vor dem gleichen Schicksal zu bewahren. Sie horchten der Sage des Stifeliryters, der wegen eines Meineids auf der Stelle tot umfiel und seither mit verdrehtem Kopf auf seinem Schimmel über die Höhen des Lindenbergs reitet und die einsamen Wanderer erschreckt.

Nach diesen von Ruth Richner auf fesselnde Art erzählten Freiämter Sagen waren die Wanderer geradezu froh, von Peter Hägler in die Geschichte des 2. Villmergerkrieges eingeweiht zu werden. Hägler schilderte nicht nur das blutige Gemetzel im Wald zwischen Wohlen und Bremgarten. Er zog auch Parallelen zu den gegenwärtig auf der Welt tobenden Auseinandersetzungen: «Kriege waren schon vor 300 Jahren ein Drecksgeschäft - und sie sind es heute noch.»

Wanderleiter Fredy Zobrist über den Sagenweg

Wanderleiter Fredy Zobrist über den Sagenweg

Bremgarter Wasser, Wurst und Brot

Nach all diesen Strapazen kam das von der Stadt Bremgarten offerierte, beim Studenschlacht-Gedenkstein servierte Wasser gerade recht. Derart heisse Geschichten und die 8-Kilometer-Wanderung mit Auf- und Abstiegen durch Feld und Wald machen eben durstig. Nach einem gemütlichen Marsch dem Bahntrassee entlang schalteten die inzwischen hungrig gewordenen 130 Wanderer mit Wanderleiter Fredy Zobrist einen letzten Halt im Heim St. Josef im Bremgarten ein, wo köstliche Würste mit Brot, Lindenblütentee und Bier serviert wurden. Unter den Sonnenschirmen besprachen die Teilnehmer noch diese oder jene Sage und überprüften sie auf ihren Wahrheitsgehalt.