Umleitung
Zwischen Lenzburg und dem Freiamt tut sich ein Loch auf

Für den Tunnelbau wird die Hendschikerstrasse zwei Jahre lang gesperrt. «Die Umleitung ist ein komplizierter Prozess», sagt Armin Rauchenstein, Projektleiter der Mega-Baustelle.

Janine Gloor
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Der Kreisel an der Gexi-Kreuzung wird durch eine provisorische Ampel ersetzt.

Der Kreisel an der Gexi-Kreuzung wird durch eine provisorische Ampel ersetzt.

Janine Gloor

Nächste Woche beginnt auf der Baustelle rund um den A1-Zubringer in Lenzburg die Bauphase 2. Bis jetzt konnte der Verkehr noch unbehelligt neben den Arbeitern dahinfliessen; doch nächste Woche ist damit Schluss. Dann wird die Hauptachse ins Freiamt, die Hendschikerstrasse, ab dem Parkhaus der Berufsschule bis zur Neuhof-Kreuzung gesperrt. Das hat einschneidende Konsequenzen.

Der Verkehr ins und aus dem Bünztal kann nicht mehr geradeaus über die Neuhof-Kreuzung fahren, sondern wird U-förmig via Knoten Lindfeld, Knoten Gexi und die neu gebaute Spange Hornerfeld umgeleitet. Das dürfte die Strecke Lenzburg-Hendschiken um bis zu zehn Minuten verlängern. Vorausgesetzt, dass alles reibungslos funktioniert. «Die Umleitung ist ein komplizierter Prozess», sagt Armin Rauchenstein, Projektleiter der Mega-Baustelle. Für die Umleitung werden vier provisorische Lichtsignalanlagen installiert. Die Ampeln bei der Neuhof-Kreuzung werden ebenfalls ersetzt. Um die Lichtsignale einzustellen, kann man nicht einfach auf ein Knöpfli drücken. In der ersten Zeit wird der Verkehr auf den Kreuzungen vom Verkehrsdienst geregelt. «Die Bevölkerung muss zuerst sensibilisiert werden», sagt Marius Büttiker, der beim Kanton die Sektion Strassen 2 leitet. Immerhin müssen sich die Autofahrer nicht gleich wieder umgewöhnen, die Umleitung dauert rund zwei Jahre. Insgesamt kostet das Projekt 75 Millionen Franken, die Baukosten betragen 60 Millionen. «Wir verbauen pro Monat also 1,5 Millionen Franken», sagt Marius Büttiker.

Zwei Wochen Vorsprung

Grund für die Sperrung ist ein 16 Meter tiefes Loch, das ab September unter der Hendschikerstrasse gegraben wird. Hier entsteht ein 300 Meter langer Tunnel, der den Verkehr vom Bünztal auf die Autobahn schlucken wird. Weil der Platz für die Bauarbeiten beschränkt ist, wurde entschieden, die Hendschikerstrasse ganz zu sperren. «Wir haben andere Optionen geprüft, das hätte jedoch den Tunnelbau um mindestens ein Jahr verzögert», sagt Rauchenstein. Damit die Tunnelbauphase beginnen kann, muss die Spange Hornerfeld fertig sein. Über diese neue Strasse wird der Verkehr von der Tunnelbaustelle weggeleitet. Dank des guten Wetters kann die erste Bauphase gut zwei Wochen früher abgeschlossen werden als geplant. «Ich bin sehr erfreut, dass alles so gut läuft», sagt Büttiker. Im Dezember 2020 sollen die ersten Autos durch den Tunnel rollen. Im November 2021 sind gemäss Plan alle Arbeiten abgeschlossen. Wenn der Tunnel fertig ist, fliesst der Verkehr vom Bünztal über die Neuhof-Kreuzung nach Lenzburg. Alle, die auf die Autobahn wollen, werden vorher via Spange Hornerfeld abgezweigt.

Der Verkehr von Lenzburg nach Hendschiken muss während zweier Jahre auf der Extraschlaufe vier provisorische Ampeln passieren.

Der Verkehr von Lenzburg nach Hendschiken muss während zweier Jahre auf der Extraschlaufe vier provisorische Ampeln passieren.

ZVG/Kanton Aargau

Der Tunnel und die Spange Hornerfeld dienen dazu, möglichst viele Autos von der Neuhof-Kreuzung fernzuhalten, wo heute jeden Tag ungefähr 25'000 Autos durchfahren. Diese Woche liegt die Spange Hornerfeld noch unbefahren da. Nach der Spange wird der Verkehr über einen provisorischen Strassenabschnitt auf die Hendschikerstrasse geführt. Wenn die Bauarbeiten fertig sind, führt die Spange auf einen neuen Kreisel Horner. Diesen müssen die Othmarsinger in Zukunft passieren, wenn sie von der Autobahn kommend nach Hause möchten. Um die Unfallgefahr zu verringern, darf beim Knoten Lindfeld nicht mehr links abgebogen werden. Die Othmarsinger müssen eine Extraschlaufe machen.

Für die Verkehrsumstellung ist die Nacht vom 28. auf den 29. August vorgesehen. «Wegen der Markierungen sind wir auf trockenes Wetter angewiesen», sagt Armin Rauchenstein. Sollte es regnen, wird die Umstellung hinausgeschoben. Nicht nur die Autofahrer müssen sich nächste Woche umstellen, auch der Bus wird umgeleitet; weg von der Hendschikerstrasse auf die Othmarsingerstrasse. Diese Route für die Linie 393 bleibt so bestehen. Bereits ab Montag wird der Bus über die neue Route fahren, die Arbeiten für die neuen Haltestellen Othmarsingerstrasse und Gexi sind im Gange. Auf der Othmarsingerstrasse wurden zusätzliche Massnahmen getroffen: Um den Verkehr zu verlangsamen, wurde die Strasse an mehreren Stellen eingeengt. Zusätzlich wird am Anfang ein Verkehrsdienst alle Autos kontrollieren, um den Ausweichverkehr zu verhindern.