Wildegg
Widerstand gegen Baupläne auf Hornimatt-Areal

Anwohner fühlen sich in Wildegg übergangen und wehren sich mit einer Interessengemeinschaft gegen Mehrfamilienhäuser. Der Gemeinderat entschuldigt sich, obwohl das Bau-Konzept noch nicht definitiv ist.

Ramona Patt
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Auf dem Hornimatt-Areal sind mehrere Bauprojekte geplant.RPA

Auf dem Hornimatt-Areal sind mehrere Bauprojekte geplant.RPA

Am Freitagabend fand das zweite Treffen der Interessengemeinschaft Hornimatt (IGH) statt. Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart und Vizeammann Karin Brenner nahmen ebenfalls daran teil. Thema war das am 17. Dezember vom Gemeinderat genehmigte, räumliche Gesamtkonzept für Möriken-Wildegg. Dieses bescheinigt dem Hornimatt-Areal grosses Nutzungspotenzial – zum Beispiel für Gastronomie, Kultur und Fabrikläden.

Die Hornimattler jedoch fühlen sich übergangen, weil niemand von ihnen bei der Planung des Konzeptes beteiligt war. Einzig Grossrätin Jeanine Glarner wurde eingeladen, konnte aber aus zeitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Entschuldigung vom Gemeinderat

«Wenn wir euch vergessen haben, möchte ich mich hier formell dafür entschuldigen», sagte Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart am Treffen der IGH. «Das Konzept vom Dezember ist aber noch nicht definitiv.» Als nächstes würden Fachleute dieses überarbeiten. Reinhart: «Es steht noch nichts fest. Alle Einwohner werden die Möglichkeit haben, ihre Meinung dazu zu äussern.» Auch für Karin Brenner ist es ein wichtiger Abend: «Ich bin die einzige Wildeggerin im Gemeinderat. Manchmal gehen wir vergessen, deswegen ist es wichtig, dass Veranstaltungen wie diese stattfinden.»

Formiert hatte sich die IGH, nachdem zwei Baugesuche für Bauten im Hornimatt-Areal eingegeben worden waren. Beim ersten Gesuch handelt es sich um drei Mehrfamilienhäuser mit Gewerberäumen, die auf der rechten Seite des Hornimatt-Areals errichtet werden sollen. Darauf gingen aus den Reihen der IGH Einwendungen ein, in denen die Situation der engen Strasse und die gefährliche Einfahrt kritisiert wird. Noch mehr Verkehr könnte die Situation verschlimmern, so die Befürchtung. «Am Einsprachegespräch wurde dem Bauherr deshalb aufgetragen, die Strasse drastisch zu verbessern, ansonsten könne er nicht bauen», sagte Peter Müller, der als Initiant der IGH ebenfalls Einwendung gegen das Projekt gemacht hatte.

Grundeigentümer nicht gefragt

Das zweite Baugesuch sieht zwei rund zwölf Meter hohe Mehrfamilienhäuser vor, die bei der Einfahrt ins Hornimatt-Areal entstehen sollen; direkt hinter der Praxis von Thomas Glarner. Deren Ausfahrt ist auf dem Grundstück von Glarner geplant – der damit jedoch nicht einverstanden ist. Es folgten insgesamt sieben Einwendungen gegen das Projekt, in denen in erster Linie auf die Ungültigkeit des Baugesuches gepocht wird. Dieses sei von den Bauherren, jedoch nicht von den Grundeigentümern unterschrieben, wird moniert. Zusätzlich sei ein Kaufrechtsvertrag angegeben, der aber nicht vorliege. Auch die Grenzabstände von bis zu 4,5 Metern seien gemäss Bauordnung unzulässig, wird in den Einwendungen kritisiert.

Ein weiteres Thema unter den Anwohnern ist die Ästhetik. «Der Park hinter dem Laué und Glarner Gut ist wie eine kleine Ausgabe des New Yorker Central Parks von Wildegg», sagte Peter Müller. Es sei undenkbar zwei vierstöckige Gebäude im Central Park zu errichten, geschweige denn im 4200 Einwohnerdorf Wildegg. «Die beiden Gebäude passen nicht ins Gesamtbild.»

Müller betonte zudem immer wieder: «Wir sind keine Bande aus Querulanten, die gegen jegliche Entwicklung sind. Wir wollen lediglich Wildegg schützen.»

Zum laufenden Bauverfahren durften die beiden Gemeinderäte am Treffen mit der Interessengemeinschaft nichts sagen. Peter Müller stellte am Freitag jedoch klar: «Wildegg schläft nicht.»

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