Wildegg
Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg: In der Zwiebel schlummert der Lenz

Am zehnten Tulpenzwiebelmarkt konnte man sich die Vorfreude auf den Frühling holen. 25000 Zwiebeln in rund 60 Sorten wurden angeboten. Nebst Tulpenzwiebeln gabs auch kulinarische Köstlichkeiten. Eine Korbflechterin aus dem Tessin war ebenfalls vor Ort.

Peter Weingartner
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Welche Zwiebeln sollen wir nehmen? Zwei Tulpenliebhaberinnen beratschlagen sich vor einem Stand. wpo
20 Bilder
Welche Sorte nehmen wir?
Sie will die Absalon
So viele Sorten; ich muss ein Bild machen
Sie verkauft historische Tulpenzwiebeln
Pilzgericht des Rupperswiler Pilzvereins
Mithelfen beim Mosten
Maya Hersberger verkauft historische Tulpenzwiebeln
Maya Hersberger hat Fachwissen
Kurz vor dem Handel
Korbflecht-Erklärungen
Korbflechterin zeigt, wie ein Korb entsteht
Kinder können kreativ sein
Jetzt bezahlen, bald setzen
Hier läuft das Geschäft
Historische Sorten sind gefragt
Fotos erleichtern die Wahl
Die Wahl ist getroffen
Der Handel ist perfekt
Tulpenzwiebel-Markt auf der Wildegg

Welche Zwiebeln sollen wir nehmen? Zwei Tulpenliebhaberinnen beratschlagen sich vor einem Stand. wpo

Picasa

Im November 1636 wechselte die teuerste je gehandelte Tulpenzwiebel den Besitzer. 17280 Gulden musste der Käufer hinblättern, das entspricht 21 Millionen Franken. Der Börsencrash drei Monate später setzte der Tulpomanie ein jähes Ende. Am Tulpenzwiebelmarkt auf Schloss Wildegg bekam man am Wochenende bereits für 50 Rappen die Jubiläumszwiebel «Monsella», die einen farbigen Frühling verspricht.

25000 Zwiebeln der edelsten Art in rund 60 Sorten suchen Kundschaft. «Ich will wissen, wie die Blume aussieht, wenn ich sie setze», begründet eine Käuferin den Griff zum Handy. Man kauft die Zwiebel im Sack, und nicht auf allen Papiersäcken ist ein Foto der blühenden Pflanze.

Betriebsleiter Erland Eichmann ist stolz auf die Qualität, die eine kräftige Pflanze garantiert. Allerdings nehme bei allen Tulpen die Blühwilligkeit mit den Jahren ab. Besonders rar sind die historischen Sorten. Drei Produzenten gebe es in Holland. «Ich habe früh bestellt», sagt er.

Die ältesten dieser Züchtungen stammen aus dem 17. Jahrhundert, und sie haben ihren Preis. Was eine Kundin nicht davon abhält, gleich zehn Zwiebeln von der Sorte Absalon aus dem Jahr 1780 zum Preis von 6.50 pro Zwiebel zu kaufen. Purpur mit gelb züngelnden Flammen; das gefällt. «Die sind bald ausverkauft», sagt Verkäuferin Maya Hersberger und gibt ein paar Pflanztipps: Im ersten Jahr im Topf halten, im zweiten Jahr in den Garten damit. Gedeihgarantien freilich gibt es nicht: Mäuse mögen Tulpenzwiebeln. Ob es sich um gefüllte, gefranste, einfache, lilienblütige, Triumphtulpen, Narzissen, Papageien, Wildtulpen oder Bio-Tulpen handelt.

«Fressmarkt» nennt Thomas Frei vom Museum Aargau das, was den Tulpenzwiebelmarkt garniert. Und er meint das keineswegs abschätzig. Aus dem Pferdestall riecht man die Pilzgerichte des Regionalen Pilzvereins. «86 Pilzsorten, alles selber in der Gegend gesammelt», ist zu vernehmen. Raclette, Bratwürste, Risotto: Weder Magen noch Gaumen müssen leiden.

Die Kinder dürfen in selbstbedruckten Säckli eine Tulpenzwiebel mit nach Hause nehmen. Oder dem Moster helfen und der Korbflechterin aus dem Tessin zuschauen. Lokale Produzenten und ein Weinbauer aus dem Südkanton ergänzen das Angebot. Für die Maroni aber ist Andreas Gauch aus Niederwil zuständig: Seine Sorte, Bouche de Betizac, ist resistent gegen die Kastaniengallwespe.

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