Mit Spannung wurde beim Prozess um den Vierfachmord Rupperswil vor dem Bezirksgericht Lenzburg am Mittwochabend das Schlusswort von Thomas N. erwartet. Würde er sich für seine Taten entschuldigen? Diese Frage stand im Raum, zumal Opferanwälte und die Verteidigerin bereits aus dem Brief zitiert hatten, den er nach 1,5 Jahren im Gefängnis an die Angehörigen der Opfer geschrieben, dabei aber den Begriff der Entschuldigung nicht verwendet hatte. Er hatte geschrieben, dass es ihm "unendlich leid tut, was ich Ihrer Familie angetan habe". 

Die Entschuldigung holte der 34-jährige Schweizer im Schlusswort nach. 

«Ich alleine bin für diese Taten verantwortlich. Niemand anders kann etwas dafür, nicht einmal ein My. Ich alleine habe diese Entscheidungen getroffen. Ich bedaure das zutiefst», sagte Thomas N. nun. 

Er gestand ein, dass er beim Brief am Wort «Entschuldigung» hängengeblieben sei. Es sei ihm schwergefallen, um etwas zu bitten. Und um Entschuldigung müsste man bitten. «Sie haben recht. Es hätte wohl das Wort Entschuldigung vorkommen müssen. Es tut mir leid. Entschuldigung.»

"Die Entschuldigung ist heute endlich gekommen", sagte Opferanwalt Markus Leimbacher danach zu den Medien. Sie sei allerdings erst über zwei Jahre nach der Tat gekommen. «Ich hätte erwartet, dass diese früher kommt», sagte er. «Ich hätte sie gestern erwartet, im Rahmen seiner persönlichen Befragung.»

«Ich schäme mich dafür, dass Ihre Liebsten ihr Leben verloren»

«Ich schäme mich dafür, dass Ihre Liebsten ihr Leben verloren»

Das steht in dem Brief, den der Vierfachmörder von Rupperswil, Thomas N., den Hinterbliebenen seiner Opfer aus dem Gefängnis geschrieben hat. Und das sagen Opferanwalt, Kriminalkommissär und forensischer Psychiater dazu.