Hendschiken
Systemwechsel in der Primarschule belastet die Gemeindekasse

Trotz der angespannten Finanzlage muss die Gemeinde Hendschiken den Schulraum im Hinblick auf den Systemwechsel von 5 auf 6 Jahre Primarschule erweitern. Drei Varianten werden nun geprüft, happige Investitionen sind nicht zu vermeiden.

Hanny Dorer
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Das «neue» Schulhaus (rechts) soll saniert werden und einen zweigeschossigen Anbau erhalten.

Das «neue» Schulhaus (rechts) soll saniert werden und einen zweigeschossigen Anbau erhalten.

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Die Hendschiker Stimmberechtigten haben an der Gemeindeversammlung vom 20. November über mehrere gewichtige und kostenintensive Geschäfte zu befinden. Der Gemeinderat hat deshalb im Vorfeld zu einem Informationsabend eingeladen. Zur Sprache kam die Schulraumplanung, ein geändertes Wärmeverbundprojekt sowie der Hochwasserschutz am Krebsbach und die Erschliessung am Bach (siehe Box).

Neuer Standort für die Heizzentrale

Die ursprünglich neben der Turnhalle geplante Holzschnitzelheizung für die Versorgung der Gemeindeliegenschaften kann nicht gebaut werden, da sich herausgestellt hat, dass der Grundwasserspiegel an dieser Stelle sehr hoch ist und der Bau eines unterirdischen Holzschnitzelsilos schwierig wäre. Das neue Wärmeverbundprojekt der AEW Energie AG sieht nun den Neubau der Heizzentrale mit Holzschnitzelheizung und Siloraum auf einem privaten Gelände am Widackerweg vor. Dies bedingt zwar eine längere Fernleitungsführung, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, zusätzliche Liegenschaften anzuschliessen. Die Holzhackschnitzel werden vom Forstbetrieb Rietenberg bezogen. Bei Baubeginn im Herbst 2013 könnten die ersten Liegenschaften voraussichtlich ab September 2014 mit Wärme beliefert werden. Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom 20. November, ihm die Kompetenz zum Abschluss der nötigen Verträge mit der AEW Energie AG zu erteilen. (do)

Der Anlass war äusserst gut besucht; immerhin geht es um etliche happige Investitionen. Einen grossen Brocken stellt die Schulraumerweiterung dar, die aufgrund des Systemwechsels von 5 auf 6 Jahre Primarschule nötig wird.

Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Räume sind bereits voll ausgelastet, wie Schulpflegepräsidentin Maya Bally darlegte. Es braucht zusätzlich mindestens ein Klassenzimmer und zwei Gruppenräume. Auch dann hat man noch keine Reserven, falls aufgrund der hohen Bautätigkeit im Dorf die Kinderzahlen steigen.

Zusammen mit den Architekten Ruedi Weber + Partner, Beinwil am See, wurden zahlreiche bauliche Varianten abgeklärt und deren Kosten geschätzt.

Berücksichtigt wurde dabei die Tatsache, dass das «neue» Schulhaus auch bereits mehr als 30 Jahre alt ist und unter anderem wegen undichter Fenster und fehlender Wärmedämmung sowieso saniert werden muss.

Drei Varianten geprüft

Geprüft wurden die Varianten Sanierung neues Schulhaus mit eingeschossigem Anbau (1 Klassenzimmer, 2 Gruppenräume), Sanierung neues Schulhaus mit zweigeschossigem Anbau (2 Klassenzimmer, 4 Gruppenräume) sowie Sanierung neues Schulhaus und separater Pavillonneubau.

Vizeammann Alfred Suter wies auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten hin und begründete, weshalb Gemeinderat und Schulpflege die Variante mit zweigeschossigem Anbau langfristig als sinnvoller betrachten.

Der Gemeindeversammlung wird dafür ein Kreditantrag von 1,8 Mio. Franken unterbreitet. Dank Fertigbauweise könnte der neue Schulraum auf das Schuljahr 2014/15 hin bereit sein.

Von den Anwesenden wurden Bedenken wegen der hohen Kosten geäussert, da Hendschiken nicht gerade auf Rosen gebettet ist und ausser dem Schulraum noch weitere Investition anstehen.

Dem Gemeinderat ist das bewusst, und Gemeindeammann Daniel Lüem gibt zu: «Wir können das aus eigener Kraft auch mit einem höheren Steuerfuss nicht selber finanzieren und sind auf den Finanzausgleich angewiesen.»

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