Seon
Die Stiftung Satis erhält eine neue Visitenkarte: So werden die beiden künftigen Gebäude aussehen

Sowohl das Säuberlihaus als auch das Haus Stöckli der Stiftung Satis in Seon sind in einem fragwürdigen Zustand. Nach einem Jahrzehnt Arbeit präsentiert die Stiftung die zwei geplanten Neubauten.

Anja Suter
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Das neue Säuberlihaus soll zur Visitenkarte im Dorf werden.

Das neue Säuberlihaus soll zur Visitenkarte im Dorf werden.

zvg

Das Projekt, welches die Stiftung Satis präsentiert, wird das Bild im Seoner Oberdorf verändern. Dahinter steckt ein Jahrzehnt Arbeit. Gerhard Ruff, Vizepräsident des Stiftungsrates Satis, ist sichtlich stolz auf die beiden Neubauten, die im Dorf entstehen werden. Der Grund für die beiden Ersatzneubauten sei allerdings nicht sonderlich erfreulich: «Wir haben unsere Liegenschaften vor zehn Jahren überprüft und festgestellt, dass ein Teil davon in einem fragwürdigen Zustand ist.»

Beim aktuell anstehenden Projekt werden nun zwei Liegenschaften abgebrochen und neu gebaut, bei denen eine Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll wäre. Es geht um das Säuberlihaus und das «Stöckli». Ersatzlos abgebrochen wird zudem die «Wolke 7». Die Kosten für die beiden Neubauten werden gemäss der Liegenschaftsstrategie auf rund 19 Millionen Franken geschätzt. Insgesamt geht es um Anlagekosten von 24 Millionen Franken.

«Es geht hier um sehr viel Geld und um die Zukunft unserer Einrichtung», sagt Ruff, der auch Präsident der Baukommission ist. Wachsen möchte die Stiftung Satis, welche rund 90 Personen mit psychischen Beeinträchtigungen Wohn- und Arbeitsplätze bietet, nicht. «Nur in der Qualität», sagt Ruff. So sei man vor zehn Jahren auch mit den Qualifikationen der Mitarbeitenden nicht zufrieden gewesen, heute seien diese jedoch überdurchschnittlich.

55 Bewerbungen beim Projektwettbewerb

Auch bei den beiden Neubauten setze man auf Qualität, sagt Ruff. Diese müsse jedoch nicht teuer und luxuriös sein. «Es gilt, einen besonderen Ort für besondere Menschen zu schaffen.» Die Präqualifikation für den Projektwettbewerb startete Ende Oktober 2020. Bis Mitte Dezember gingen 55 Bewerbungen ein. Acht Teams kamen in die engere Auswahl und wurden von einer Jury beurteilt. «Im Zentrum stand der Wunsch, dass die beiden Neubauten zu einem Wohlfühlort werden», erklärte Renate Haueter. Auch vom Heimcharakter wolle man wegkommen und stattdessen auf innovative Wohnformen setzen.

So soll das «Stöckli» in Seon zukünftig aussehen. Die Realisierung ist nicht vor 2025 geplant.

So soll das «Stöckli» in Seon zukünftig aussehen. Die Realisierung ist nicht vor 2025 geplant.

zvg

Am meisten überzeugt hat die Jury das Projekt «Don Camillo e Peppone» von den Niedermann Sigg Schwendener Architekten AG. Das Säuberlihaus, welches prominent an der Oberdorfstrasse steht, war das Gründungshaus der Stiftung. Der Ersatzneubau soll nun zu ihrer Visitenkarte werden. Hierher wird auch der Hauptempfang verlegt. In dem Haus gibt es sowohl Wohn- als auch Arbeitsplätze. Auch das «Stöckli» ist für die Stiftung von grosser Bedeutung, da es prominent auf dem Hauptareal steht. Im Erdgeschoss werden die Verwaltung und der Gemeinschaftsraum platziert. Zudem gibt es 18 Wohnplätze.

Das Projekt sei «selbstverständlich und unspektakulär»

«Wir sind im Preisgericht zum Schluss gekommen, dass wir auf eine einfache und schlichte Architektur setzen», erklärt die Vorsitzende des Fachgerichtes Yvonne Rudolf. Die städtebauliche Einbettung des Projektes wird im Bericht der Jury als «selbstverständlich und unspektakulär» beschrieben. Und auch der wichtigste Punkt sei erfüllt: «Die gezeigte innere Welt für das Wohnen und Arbeiten ist verheissungsvoll und verspricht ein gesteigertes Wohlbefinden für die Bewohnerinnen und Bewohner.»

Mit dem Projekt wird nicht vor 2023 begonnen. Zuerst steht noch die Aufstockung des Wohnhauses «Weinhalde» an. «Wenn wir sehr sportlich unterwegs sind, können wir mit der ‹Weinhalde› Anfang nächsten Jahres beginnen», so Gerhard Ruff. Nach Abschluss der «Weinhalde» sei der Baubeginn für das Säuberlihaus in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres denkbar. Und bevor es ans «Stöckli» gehe, steht noch der Bau der Produktionsstätte in Hallwil an: «Mit den Arbeiten am ‹Stöckli› können wir erst nach der Fertigstellung der Produktionshalle in Hallwil beginnen. Da sind wir dann irgendwo im 2025», erklärt Ruff.

Die acht Projekte, die in der engeren Auswahl waren, stellt das Satis öffentlich aus. Am 24. März können sie im Beisein von Ansprechpersonen von 16 bis 19 Uhr bei der Stiftung in Seon besichtigt werden. Auch am 25. März sowie vom 28. März bis am 1. April sind die Projekte von 16 bis 19 Uhr zu besichtigen, jedoch ohne Ansprechpersonen.