Seengen
Jetzt darf die Bevölkerung bei der Zukunft von Schloss Brestenberg mitreden

Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte sucht in einem partizipativen Verfahren Inputs für die künftige Nutzung des Schlosses. Die Nutzung muss zwei Vorgaben erfüllen.

Nadja Rohner
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Das Schloss Brestenberg in Seengen vor drei Jahren.

Das Schloss Brestenberg in Seengen vor drei Jahren.

Colin Frei

«Nach 30 Jahren des Stillstands kommt Bewegung in das Schloss Brestenberg am Hallwilersee», schreibt die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG). Diese verwaltet den Nachlass des verstorbenen Winterthurers Bruno Stefanini und damit auch das im 17. Jahrhundert erbaute Barock-Anwesen in Seengen.

«Die Stiftung behält die Schlossanlage in ihrem Besitz und plant, diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen», heisst es weiter in der Mitteilung. «Nach einer gewissen Anschubfinanzierung soll die Anlage finanziell selbsttragend sein. Längerfristig stellt sich die SKKG eine neue Trägerschaft für Schloss Brestenberg vor.»

Wie diese künftige Nutzung aussehen soll, will die Stiftung nun von der Bevölkerung wissen. Am Montag startete ein partizipatives Verfahren, das die Terresta AG im Auftrag der SKKG durchführt. Es gibt zwei Bedingungen: Die Nutzung muss wirtschaftlich und mehrheitsfähig sein.

Die Stiftung behält die Schlossanlage in ihrem Besitz und plant, diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Stiftung behält die Schlossanlage in ihrem Besitz und plant, diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Colin Frei

Zum Schloss gehören riesige unterirdische Hallen im Rohbau, wo Bruno Stefanini einen Teil seiner gigantischen Sammlung von Kunst und Alltagsgegenständen, aber auch Militärmaterial lagerte – sowie eine Parkanlage mit Seeanstoss.

«Eine aussergewöhnliche Ausgangslage mit viel kreativem Spielraum», konstatiert die Stiftung: «Diese Diversität soll eine Stärke des Areals werden, die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten für eine breite Öffentlichkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Betreiberinnen ermöglicht», sagt Stiftungsratspräsidentin Bettina Stefanini.

Breite Abstützung wichtig

Im Rahmen des nun angelaufenen partizipativen Prozesses werden Gespräche mit verschiedenen Interessengruppen (Verbände und Behörden) geführt. Zudem sollen die Anwohner und die interessierte Bevölkerung ihre Projektideen einreichen.

Die Nutzung des Schlosses soll in Einklang mit der Natur und dem Denkmalschutz stehen.

Die Nutzung des Schlosses soll in Einklang mit der Natur und dem Denkmalschutz stehen.

Valentin Hehli

«Es ist der Bevölkerung ein grosses Anliegen, was mit dem Schloss Brestenberg passiert», wird Hans Rupp, Geschäftsführer von Terresta, in der Medienmitteilung zitiert. «Deshalb wollen wir die Planung breiter abstützen und so eine tragfähige Lösung suchen, die im Einklang mit dem Natur- und Denkmalschutz steht und von der Anwohnerschaft mitgetragen wird.»

Gesucht werde eine aussergewöhnliche, mutige und innovative Immobilien- und Arealstrategie, die die Einzigartigkeit des Ortes aufgreife. Auf der Website www.zukunft-brestenberg.ch können Interessierte ab sofort ihre Ideen für die Zukunft hochladen. An sechs Standorten rund ums Schloss rufen Plakate zur Teilnahme auf.

In einer zweiten Phase werden die einzelnen Projektideen in internen Workshops diskutiert und daraus Gesamtkonzepte entwickelt, die in Absprache mit der Gemeinde auf ihre Machbarkeit geprüft werden. «Der Stiftungsrat wählt schliesslich das überzeugendste Konzept für die Weiterentwicklung aus», heisst es in der Mitteilung.

Bereits konkret ist die Veränderung in der Brestenberg-Badi am See: Hier entsteht eine neue Buvette.