Stapferhaus Lenzburg

Schmidheiny: «Menschen, die dahinter stehen, haben uns spontan überzeugt»

Der Schweizer Milliardär Stephan Schmidheiny im Interview.

Der Schweizer Milliardär Stephan Schmidheiny im Interview.

Das Stapferhaus Lenzburg hat innert weniger Monate die Finanzierung für das 23,8 Millionen Franken teure «Haus der Gegenwart» beim Bahnhof in Lenzburg gesichert. Nicht zuletzt dank einer Million Spende von Milliardär Stephan Schmidheiny.

Sie haben die Ausstellung «Geld» im Stapferhaus gesehen. Was hatten Sie für einen Eindruck?

Stephan Schmidheiny: Der Begriff «Geld» in all seinen Facetten ist ja sehr schwer zu fassen. Ich war beeindruckt, wie praktisch und anschaulich das Thema im Stapferhaus in vielen Dimensionen dargestellt wurde. Ich bin überzeugt, dass viele Jugendliche und auch Erwachsene durch diese Ausstellung zu einem bewussteren Umgang mit Geld und Gütern inspiriert werden.

Warum engagieren Sie sich mit Ihrer Stiftung AVINA für das neue Stapferhaus? Was hat Sie überzeugt? Die Ausstellung? Das Konzept?

Es braucht immer verschiedene Aspekte, damit ich mich bei einem Projekt engagiere: Neben dem Konzept und dem Auftritt sind es immer auch die Menschen, die dahinter stehen. Das Team, das uns das Stapferhaus und seine Zukunft vorstellte, hat uns spontan überzeugt.

AVINA gewährt dem Stapferhaus gleich eine «doppelte» Unterstützung: einerseits beim Bau, andrerseits beim Betrieb. Was sind die Überlegungen für diese Etappierung?

Wir glauben, mit dieser «doppelten» Unterstützung den Bedürfnissen des Stapferhauses am Besten entgegenkommen zu können. Der Neubau ist nötig und das Projekt überzeugend, da ist man gerne dabei. Aber nach dem Bau muss ja auch der Betrieb sichergestellt sein. Ich glaube, dass wir mit unserer Spende auch noch andere Donatoren zusätzlich motivieren können.

Gibt es Themen, die das neue Stapferhaus Ihrer Meinung nach aufnehmen könnte oder gar sollte, weil sie drängend sind?

Das Team des Stapferhauses hat ein sehr gutes Gespür für unsere Zeit und ihre Fragestellungen. Ich lasse mich also gerne vom Stapferhaus überraschen und herausfordern. Persönlich würde mich interessieren, wie das Team das Thema «Unternehmergeist» umsetzen würde. Ich glaube, diese Haltung ist in unser beider DNA verankert.

Das Stapferhaus ist eine aargauische Institution mit nationaler Ausstrahlung. Was verbindet Sie mit dem Aargau?

In unserer Familie gibt es lange industrielle Verbindungen mit dem Aargau im Bereich Zement. In Holderbank stand ja die erste Zementfabrik, die später dem Konzern den Namen gab. Danach kam das Engagement bei BBC / ABB dazu, das ich selber während 16 Jahren im Verwaltungsrat begleiten durfte. Obwohl das Geschäft ausgesprochen global war, gab es doch immer wieder Gelegenheiten zu guten Kontakten mit Aargauer Behörden und der Bevölkerung.

Lesen Sie hier auch den Kommentar zu diesem Thema.

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