Lenzburg
Mühlematt-Erweiterung soll nun doch ein Stockwerk mehr haben

Die Primarschule Lenzburg braucht Platz. Der Stadtrat setzt beim neuen Erweiterungsbau auf die Maximalvariante.

Nadja Rohner
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2013 gebaut und bereits zu klein: das Mühlematt-Schulhaus.

2013 gebaut und bereits zu klein: das Mühlematt-Schulhaus.

Bild: sga

Der Lenzburger Stadtrat will gleich das volle Programm: Nach einem Variantenstudium für die Erweiterung des Schulhauses Mühlematt schlägt er dem Einwohnerrat vor, viergeschossig (Erd- und drei Obergeschosse) zu bauen. So, wie es bereits die SVP-Fraktion vorgeschlagen hatte, als im Juni 2020 der Planungskredit für das Vorhaben bewilligt wurde. Der Stadtrat beantragt für die Ausführung nun einen Verpflichtungskredit in der Höhe von knapp 7,414 Millionen Franken. Zusammen mit dem Planungskredit (380'000 Franken) kommt die Erweiterung des Schulhauses Mühlematt auf etwa 7,794 Millionen Franken zu stehen.

Das Schulhaus wurde erst 2013 erstellt. Der Platz reicht jedoch angesichts der steigenden Schülerzahlen nicht aus. Auf Primarschulstufe rechnet der Stadtrat mit einem Viertel mehr Schüler (total 1000) bis 2035 respektive einem Anstieg von 26 auf 37 Abteilungen. Gebaut werden soll nun Raum für elf Unterrichtszimmer und sieben Gruppenräume sowie für das Technische und Textile Gestalten.

Der Stadtrat liess drei Varianten vertieft abklären und berechnen. Entweder einen Bau mit zwei Obergeschossen. Oder einen Bau mit zwei Obergeschossen und der Option auf ein drittes, das später realisiert würde. Oder dann gleich drei Obergeschosse.

Ein Erd- und drei Obergeschosse: So soll die Schulhauserweiterung aussehen.

Ein Erd- und drei Obergeschosse: So soll die Schulhauserweiterung aussehen.

Visualisierung: zvg

Der Stadtrat beantragt nun letzteres, weil eine sofortige Realisierung des dritten Obergeschosses insgesamt kostengünstiger ist, als es später nachzubauen. Konkret: Baut man das dritte Obergeschoss gleich in einem Zug, kostet dieses ungefähr 1,738 Millionen Franken. Würde man es später separat als Aufstockung realisieren, käme es mit etwa 2,562 Mio. Franken deutlich teurer. «Somit können zirka 825'000 Franken eingespart werden», schreibt der Stadtrat. «Es entsteht so zusätzlicher, kostengünstiger Schulraum.» Ausserdem wird eine zweimalige Störung des Schulbetriebs verhindert. Dank des dritten Obergeschosses können laut Botschaft des Stadtrats Räume für das Technische und Textile Gestalten geschaffen werden. Das entlastet das Projekt «Bleiche», wo man sich auf die Tagesstrukturen konzentrieren will (separate Vorlage).

Eigentlich hätte der Kreditantrag für die Mühlematt-Erweiterung gemeinsam mit dem Kreditantrag für den «Bleiche»-Umbau bereits früher in den Einwohnerrat und am 7. März vors Volk kommen sollen. Doch es gab Verzögerungen wegen des Variantenstudiums.

Der Einwohnerrat wird nun am 6. Mai seine Beschlüsse fassen; dem Volk werden die Kreditanträge wohl am 26. September gleichzeitig mit den Wahlzetteln der Gesamterneuerungswahlen (1. Wahlgang) für den Stadtrat vorgelegt.

Die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus ist für das dritte Quartal 2023 vorgesehen. Weil nun aber der Schulraum in der Mühlematt bereits nicht mehr ausreicht, werden im Sommer Tagesstrukturen und Mittagstisch dort aus- und vorübergehend ins Hünerwadelhaus einziehen. Das Hünerwadelhaus ist nur Zwischenstation, bis die «Bleiche» umgebaut ist.