Schloss Hallwyl

Gigathlon: Dem Schwimmsprint im Burggraben fehlt die Bewilligung

Die Organisatoren des Gigathlon 2015 wollten das Sprintschwimmen im Burggraben von Schloss Hallwyl durchführen. Doch die kantonale Abteilung Landschaft und Gewässer dämpft ihren Optimismus. Es gebe Differenzen, heisst es dort.

«Als Schlusspunkt ein 300 Meter-Schwimmsprint im antiken Burggraben» – damit werben die Organisatoren des Gigathlon Switzerland 2015 für die Strecke am «Historic Sunday», dem historischen Sonntag. Die notwendige Technik und Kondition seien dazu «mittel», die Attraktivität «atemberaubend» heisst es im Streckenbeschrieb.

Tatsächlich wäre es einmalig, wenn am 12. Juli 2015 rund 1500 Schwimmer das Wasser ums Schloss Hallwyl durchpflügen würden – dort, wo sonst nicht mal mit dem Gummiboot durchgepaddelt werden darf. Gegenüber der Aargauer Zeitung sagte Gigathlon-Projektleiter Corsin Caluori am 15. Oktober, die Strecke sei nach Vorgesprächen mit den kantonalen Ämtern, dem Museum Aargau und der Schifffahrtsgesellschaft als bewilligungsfähig beurteilt worden. Weitere Bewilligungen stünden aber noch aus.

«Differenz mit den Veranstaltern»

Es stimmt zwar, dass das Museum Aargau, als Betreiber des Schloss Hallwyl die Bewilligung zugesagt hat. Bei der Abteilung Landschaft und Gewässer, die ebenfalls ihren Segen dazu geben muss, tönt es jedoch anders: «Wir haben keine Zustimmung in Aussicht gestellt», sagt Arnold Meyer, Projektleiter für nautische Bewilligungen.

In diesem Punkt des Gigathlons habe man mit den Veranstaltern «eine Differenz». «Wir werden das kritisch anschauen, denn wie der Entscheid auch ausfällt, ist er ein Präjudiz für künftige Anfragen zu Aktivitäten im Burggraben.» Er sehe sich als Hüter der Gewässer. Doch auch die übrigen Fachstellen, darunter auch die Fischer, müssten sich in der Vernehmlassung nun noch äussern.

Testlauf ohne Burggraben

Für den Gigathlon-Testlauf, der im September stattgefunden hat, haben die Organisatoren die Bewilligung erhalten –  von der Strecke im Burggraben wurde aber schon damals abgesehen. Ebenfalls nicht getestet wurde der Aabach. Ursprünglich wollten die Organisatoren die Teilnehmer auch dort schwimmen lassen. Dass darauf verzichtet wird, ist bereits klar.

Gemäss Manuel Wirz, Mediensprecher des Events, wird die definitive Strecke erst kurz vor der Durchführung präsentiert. Warum ist der Burggraben des Schloss Hallwyl aber im Programm des Gigathlons 2015 aufgeführt? «Wir kommunizieren jeweils das, was gemäss Organisationsstand geplant ist. Die Bewilligungsverfahren sind am Laufen», sagt Wirz.

Das offizielle Gesuch haben die Gigathlon-Organisatoren noch nicht eingereicht. Klar ist aber: Der Gigathlon 2015 ist durch die umstrittene Schwimmstrecke beim Schloss Hallwyl nicht gefährdet. «Die Organisatoren sind sonst sehr professionelle Leute», sagt auch Arnold Meyer von der Abteilung Landschaft und Gewässer. «Das Gesuch des Gigathlons ist aus meiner Sicht nicht infrage gestellt.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1