Hallwilersee
Für den Frühlingsputz gibt es eine Belohnung in einer Flaschenpost

Seit fünf Jahren verpassen Forstwart Peter Wyss und seine fünf Rangerkollegen dem Hallwilersee einen Frühlingsputz. Im Schilf findet der Putztrupp nebst Abfall auch eine unerwartete Einladung.

Seraina Ummel (Text und Fotos)
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Seit fünf Jahren verpassen sechs Rangerkollegen dem Hallwilersee einen Frühlingsputz.
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Schon nach zwei Minuten fischten die Ranger diese Teile eines Schiffes aus dem Wasser
Schon nach wenigen Minuten war ein Eimer gefüllt mit Dosen, Blumentöpfen und kleineren Plastikabfällen
Peter Wyss hat am Seeufer schon etwas zum Anstossen gefunden
Mit Zangen lassen sich sogar kleine Plastikteile aus dem Gras entfernen
Mit Zange und Eimer wurde der Abfall eingesammelt und anschliessend in die Mülldeponie gefahren
Mit blossen Händen sammelt Urs Sandmeier den Abfall, der im Rechen hängenbleibt, ein
Im Schilfgürtel von Mosen sammelt sich wegen der Bise besonders viel Müll an
Jörg Hiltbrunner füllt den gelben Eimer mit Abfall aus dem Wasser des Seeufers
Jörg Hiltbrunner (rechts) reicht Urs Sandmeier den Abfall, den er zwischen dem Schilf hervorgefischt hat
Im Schilfgürtel bei Mosen müssen die Ranger auf Nistplätze Acht geben
Forstwart und Ranger Urs Sandmeier
Für die Stockente und den Höckerschwan kann der Abfall im See tödlich enden
Die Ranger werden zu einem Grillabend eingeladen
Forstwart und Ranger Peter Wyss
Ein Berufsfischer unterstütz die Ranger mit seinem Boot auf dem Wasser
Besonders die kleinen Styroporkügelchen bergen grosse Gefahren für die Schwäne
Die Hallwilerseeranger Jörg, Barbara, Bruno, Peter und Urs sind bereit für die Seeputzete
Das Anziehen der hüfthohen Fischerhosen will geübt sein

Seit fünf Jahren verpassen sechs Rangerkollegen dem Hallwilersee einen Frühlingsputz.

Seraina Ummel

«Händer euch das wörkli guet überleit?», fragt eine Spaziergängerin. Es regnet am frühen Samstagmorgen in Meisterschwanden, eine Bise weht kühle Seeluft ans Ufer. Die Ranger in ihren grünen Windjacken, den verstärkten Arbeiterhosen und einem Hut auf dem Kopf lachen. «Für Ranger gibt es kein schlechtes Wetter, wir sind wetterbeständig!», sagt Peter Wyss. Der gelernte Forstwart übernimmt für den heutigen Tag das Kommando des Putztrupps.

Seit fünf Jahren verpassen er und seine fünf Rangerkollegen dem Hallwilersee einen Frühlingsputz. Normalerweise sind die selbst ernannten «Seepolizisten» zuständig dafür, dass Fischer und Hundehalter die Regeln rund um den Hallwilersee einhalten. Immer wieder verwarnen sie jedoch auch Leute, die ihren Picknickabfall lieber im Gras liegen lassen, anstatt ihn richtig zu entsorgen. «Das grösste Problem für die Natur sind Alu-Büchsen und Styroporstücke», sagt Wyss. «Die Schwäne verwechseln die weissen Fetzen schnell mit Brotstücken, schlucken sie hinunter und verenden kläglich.»

Schilfgürtel als Abfallhalde

Begonnen wird die «Seeputzete» beim südlichen Zipfel des Hallwilersees, in Mosen. Dort weht die Bise den meisten Abfall in den Schilfgürtel. Genau in dieser Abfallhalde nisten viele Vögel, Enten und Schwäne. So waten die Ranger mit bedachten Schritten in ihren hüfthohen Fischerstiefeln im seichten Wasser, immer darauf Acht gebend, keine Brutstätte eines Tieres zu zerstören. Von Mosen wollen sie zu Fuss bis nach Beinwil, immer dem Seeufer entlang. «Vor allem im Mosenwäldli, dort, wo eine Feuerstelle direkt unter der Aarauerstrasse liegt, häuft sich nach dem Wochenende der Abfall. «Wird er nicht eingesammelt, wird er auf den See geweht», sagt Chefranger Wyss.

Schon nach wenigen Minuten sind zwei gelbe Eimer gefüllt mit Dosen, Säcken und Plastikteilen von Schiffen. Plötzlich ruft Urs Sandmeier: «Hey, wir haben Post!» Er streckt seinen Kollegen freudig eine kleine Glasflasche entgegen, die eine Notiz enthält: Ein Brautpaar lädt den Finder zum Grillabend ein. «Nur dank unserer heutigen Seeputzete konnte diese Flaschenpost überhaupt im Schilf gefunden werden!», freut sich Wyss. Schon nach wenigen Minuten hat sich ihre fleissige Arbeit also gelohnt.

Bis zum Ende des Tages ziehen die Ranger so viel Müll aus dem See, dass ein ganzes Auto mit Güselsäcken beladen werden kann. Das Abfallproblem rund um den Hallwilersee ist und bleibt ein Aspekt, auf den die Ranger die Seebesucher aufmerksam machen werden.