Lenzburg
Chlorothalonil-Abbaustoffwerte: «Nicht schlechter als andere»

Fahrwangens Vizeammann Silvan Zülle über die Chlorothalonil-Probleme beim Trinkwasser. Alle Gemeinden mit Quellfassungen im Einzugsgebiet der Landwirtschaft seien davon betroffen.

Urs Helbling
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Fahrwangen partizipiert am Projekt «Wasser 2035».

Fahrwangen partizipiert am Projekt «Wasser 2035».

Keystone

Unter dem Titel «Ganze Wasserversorgung unbrauchbar?» berichtete die AZ über das Traktandum «Erhöhung der Wassergebühren» der bevorstehenden Gemeindeversammlung von Fahrwangen. Der zuständige Ressortvorsteher, Vize-Amman Silvan Zülle (56, parteilos), erklärt Hintergründe.

Wie schlimm steht es um die Wasserversorgung?

Silvan Zülle: Fahrwangen war eine der ersten Gemeinden im Kanton Aargau, welche eine Aussage zu den Chlorothalonil-Abbaustoffen machen konnte. Die Chlorothalonil-Abbaustoffwerte unserer Trinkwasserversorgung sind nicht besser, aber auch nicht schlechter als diejenigen ähnlich gelagerter Gemeinden – auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.

Gemäss der Gemeindeversammlungsvorlage ist Fahrwangen überdurchschnittlich stark von der Chlorothalonil-Problematik betroffen. Was genau ist das Problem?

Alle Gemeinden mit Quell­fassungen oder Grundwasser­fassungen im Einzugsgebiet der Landwirtschaft haben diese Chlorothalonil-Problematik. Gewisse Mittellandkantone wie Solothurn oder Bern sind noch bedeutend stärker betroffen als der Kanton Aargau.

Was droht Fahrwangen wegen Chlorothalonil im Extremfall?

Sollte der Bund an seiner ­Haltung der zweijährigen Übergangsfrist festhalten, müsste Fahrwangen – wie sehr viele ­andere Gemeinden auch –neue Wasserbezugsmöglichkeiten abklären. Planung und Umsetzung von Wasserprojekten dauern sehr lange. Die Übergangsfrist des Bundes – sollte er daran festhalten – kann gemäss Aussagen von Wasserbaufachleuten praktisch niemand einhalten.

Silvan Zülle Vizeammann Fahrwangen «Fahrwangen war von Anfang an interessiert, Wasser aus dem Seewasserwerk zu beziehen.»

Silvan Zülle Vizeammann Fahrwangen «Fahrwangen war von Anfang an interessiert, Wasser aus dem Seewasserwerk zu beziehen.»

Alex Spichale

Wie wichtig ist das geplante Meisterschwander Seewasserwerk für Fahrwangen?

Fahrwangen war von Anfang an interessiert, Wasser aus dem geplanten Seewasserwerk zu beziehen. Fahrwangen partizipiert aber auch an einem anderen Wasserprojekt – dem Projekt «Wasser 2035», um die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung der Fahrwanger Bevölkerung zu gewährleisten.

Sie beantragen der Gemeindeversammlung eine Erhöhung der Wasseranschlussgebühren um 48 Prozent. Preisüberwacher Stefan Meierhans findet das zu viel. Warum wollen Sie trotzdem den Preissprung?

Die Beschlussfassung der Anschlussgebühren liegt in der Kompetenz der Gemeindeversammlung. Der Preisüberwacher muss gesetzlich um eine Stellungnahme gebeten werden. Die Anschlussgebühren sind ein wichtiger Bestandteil zur Finanzierung der Wasserleitungen und liegen in Fahrwangen seit vielen Jahren deutlich unter dem Aargauischen Mittel: 13.50 Franken in Fahrwangen zu 26 Franken im Aargauischen Mittel.

Am Mittwoch findet um 19 Uhr in der Aula des Primarschulhauses ein Infoanlass über die Schulhausplanung statt.

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