Seengen
Brestenberg-Parkplatz wird wohl erst im Herbst saniert

Die Baubewilligung ist erteilt, doch der Bauherr will die Realisierung «seriös abklären»; eventuell wird der Parkplatz bereits dieses Sommer zahlungspflichtig.

Fritz Thut
Merken
Drucken
Teilen
Die Baubewilligung für die Sanierung des Parkplatzes beim Brestenberg wurde erteilt.

Die Baubewilligung für die Sanierung des Parkplatzes beim Brestenberg wurde erteilt.

Fritz Thut

An schönen Sommertagen dominiert hier die kreative Parkiererei; Ausflügler nützen den letzten Quadratmeter – und bezahlen erst noch nichts. Wenigstens bisher. Der Parkplatz beim ehemaligen Schlosshotel Brestenberg soll saniert und bald bewirtschaftet werden. Die Baubewilligung für das Vorhaben ist erteilt, doch reicht die Zeit nicht mehr, die Sanierung auf diese Sommersaison umzusetzen.

«Wir müssen die Realisierung seriös abklären und dann eine saubere Submission durchführen.» Markus Brunner bei Brestenberg-Besitzerin Tonarag AG (vgl. Artikel rechts) zuständig für Bauvorhaben, will keinen Schnellschuss: «Alles braucht seine Zeit; so wie die Tendenz jetzt ausschaut, wird die Sanierung im Herbst erfolgen.»

Der gesamte Platz vis-à-vis des Brestenbergs wird neu gestaltet. Es werden 105 Parkfelder eingezeichnet, wovon einige der angrenzenden Arztpraxis fix zugeteilt werden. Während der Auflage des Baugesuchs gab es keine Einwendungen, lediglich aufgrund von involvierten kantonalen Stellen enthält die Baubewilligung einige Auflagen, in denen gemäss der Bauverwaltung der Gemeinde Seengen beispielsweise die Entwässerungsfrage geregelt wird. Markus Brunner lässt offen, ob die Bewirtschaftung der öffentlichen Parkfelder «eventuell vorgezogen» wird: «Hier laufen Abklärungen über das zu wählende System.»

Fernab der Stiftungswirren

Genau gleich wie bei der inzwischen abgeschlossenen Aussensanierung der Brestenbergscheune sind die Entscheidungswege für die Sanierung des Parkplatzes von den Wirren um die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) abgekoppelt und relativ kurz. Brestenberg-Besitzerin ist die Tonarag AG und die gehört gemäss Angaben von Markus Brunner Bruno Stefanini persönlich und nicht der Stiftung.

Rund um die SKKG ist ein wüster Streit zwischen dem von Bruno Stefanini eingesetzten Stiftungsrat und Stefaninis Nachfahren im Gang. Der 90-jährige Stifter selbst ist «gesundheitlich schwer angeschlagen» («Der Landbote»). Das Bundesverwaltungsgericht soll nun entscheiden, wer rechtmässig im Stiftungsrat der Kunstwerke im Wert von mehreren 100 Millionen Franken besitzenden SKKG sitzt. Als Überbrückung hat die Eidgenössische Stiftungsaufsicht einen neutralen Sachwalter eingesetzt. Da die Brestenberg-Eignerin Tonarag AG jedoch nicht der SKKG gehört, hat der Sachwalter hier keine Befugnisse.