Wildegg
Am Bahnhof wäre für Velofahrer eine Lösung dringelegen

Grossrat Christian Minder bezweifelt, dass alle Möglichkeiten beim Bahnhof Wildegg abgeklärt wurden.

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Der Platz vor dem Bahnhof Wildegg.

Der Platz vor dem Bahnhof Wildegg.

Michael Küng

Möriken-Wildegg Zwar steht beim Bahnhof Wildegg eine grössere Umgestaltung an (AZ 11.11.), die Velofahrer profitieren jedoch kaum davon. Sie werden beim Bahnhof auch in Zukunft vom Rad steigen und dieses durch die Unterführung schieben müssen, um auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen. Dies, obwohl es sich um einen Abschnitt der kantonalen Radroute 56 handelt.

In einer Interpellation hatte EVP-Grossrat Christian Minder im Frühling den durchgehenden Ausbau des Radwegs gefordert (die AZ berichtete).

Der Regierungsrat begründete den Entscheid damit, aufgrund der knappen Platzverhältnisse in der Unterführung auf eine durchgehend befahrbare Rampe zu verzichten. Zu diesem Entschluss seien der Kanton, die Gemeinde Möriken-Wildegg und die SBB gemeinsam gelangt.

Genug Platz für Busse und Veloweg

Der Regierungsrat stellte in seiner Antwort in Aussicht, die Situation für den Veloverkehr beim Bahnhof Wildegg verbessern zu wollen. Langfristig könnte sich eine Lösung mit der Umfahrung von Wildegg ergeben, diese sei als Zwischenergebnis im Richtplan eingetragen.

Mit dieser Antwort sei er nur teilweise zufrieden, sagte Christian Minder. Sei doch die vom Kanton skizzierte Radweg-Option in den kommenden zehn Jahren kaum absehbar, hielt er am vergangenen Dienstag in der Sitzung des Grossen Rats fest.

Zu der mit dem aktuellen Bauvorhaben verpasste Chance für die Velofahrer sagte er: «Ich habe den Eindruck, bei der Vorlage Bahnhof Wildegg sind einfach zu wenige Varianten abgeklärt worden.» Minder gab sich überzeugt, dass es, entgegen den Ausführungen des Regierungsrats, eine Lösung geben würde, um mit dem Velo durch die Bahnhofunterführung fahren zu können. «Das Bahnhofareal ist genügend lang, sodass neben Bussen auch die Veloroute Platz hat.»

Nach Ansicht Minders der wohl wichtigste Grund, weshalb der Regierungsrat keine bessere Lösung vorschlage, ist dieser: «Der Grossteil des Veloverkehrs hat den Bahnhof Wildegg als Ziel und der Velotransitanteil auf der Beziehung Auenstein–Niederlenz ist eher gering.» Der Grossrat kommt zum Schluss, dass die Radverbindung gegenüber anderen Anforderungen weniger Bedeutung habe.

Dass die Velofahrer den Weg über die Unterführung nicht öfter nutzten, habe auch damit zu tun, dass oft die Ausweichroute über die stark befahrene Jurastrasse bevorzugt werde. Minder forderte für die Velofahrer eine günstigere Veloverbindung, bis eine definitive sichere Lösung gefunden worden sei. (str)