Poesiesommer
14. Poesiesommer lockt ab Dienstag mit internationalem Programm

Die 14. Auflage des Literaturfestivals Poesiesommer startete mit verschiedenen Anlässen in Schweden. Doch Liebhaber der leisen Töne kommen auch im aargauischen und luzernischen Seetal voll auf ihre Kosten.

Thomas Frei
Drucken
Teilen
Der schwedische Dichter und Philosoph Lars Gustafsson und dieDirektorin des Hallwylska Museet, Heli Haapasalo, beehrten den Poesiesommer-Anlass.Thomas Frei

Der schwedische Dichter und Philosoph Lars Gustafsson und dieDirektorin des Hallwylska Museet, Heli Haapasalo, beehrten den Poesiesommer-Anlass.Thomas Frei

Mit einer Lesung der neu übersetzten Odyssee von Homer und einem Clavichord-Rezital startete der 14. Seetaler Poesiesommer. Im fernen Schweden. Ein vielfältiges Programm mit Autorinnen und Autoren aus Schweden, der Schweiz und weiteren Ländern lockt in den nächsten Tagen die Liebhaber der leisen Töne ins aargauische und luzernische Seetal.

Seit längerer Zeit schon pflegt Ulrich Suter, Initiant des Seetaler Poesiesommers, Beziehungen zur schwedischen Literaturszene. Zusammen mit der Schweizer Botschaft in Stockholm und der schwedischen Botschaft in Bern leistet er einen wichtigen Beitrag zum schweizerisch-schwedischen Kulturaustausch.

Järvsö, Hälsingland: Aufführung in Weltkulturerbe-hof

Sozusagen als Vorlauf zur Poesiesommer-Veranstaltung in der Hauptstadt Stockholm fand etwa 300 Kilometer nördlich in Järvsö, Hälsingland, eine Lesung mit Musik statt. Nebst den Gedichten von Mauro Valsangiacomo und Ulrich Suter, sowie der Clavichordmusik mit Hansruedi Zeder und dem Instrumentenhistoriker HansErik Svensson spielte der Aufführungsraum die Hauptrolle: die reich bemalte Herrstuga (Gaststube) auf dem Hof Kristofers. Sie gehört mit sieben andern Bauernhöfen seit kurzem zum Unesco-Weltkulturerbe.
Auf diesen Höfen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ganze Gebäudeteile farbig ausgemalt und/oder mit handbedruckten Tapeten versehen, damit an Familienfesten die von weither angereisten Gäste bequem untergebracht werden konnten. (thf)

Botschafterin lud ins Hallwylpalais

Somit ist es nur folgerichtig, wenn der diesjährige Poesiesommer wie schon letztes Jahr im fernen Stockholm startet. Und was liegt da näher, als im Hallwylska Museet, dem Partnermuseum von Schloss Hallwyl im Aargau, eine exquisite Veranstaltung zu geben.

Die Schweizer Botschafterin Yvana Enzler hat am Donnerstag i stora salongen (in den grossen Salon) des Hallwylpalais eingeladen.

Rund fünfzig Personen folgten den Ausführungen von Kurt Steinmann zur von ihm neu übersetzten Odyssee von Homer. Leif Olsson, Schauspieler und Regisseur, las dann auf schwedisch einen Gesang aus dem Heldenepos.

Mauro Valsangiacomo, Maler, Verleger und Autor aus Viganello bei Lugano trug ins italienisch übersetzte Gedichte des schwedischen Nobelpreisträgers Tomas Transtömer vor. Alles ganz multikulturell und völkerverbindend.

Anlass in Hallwyl

Heute Dienstag findet um 18 Uhr der erste Anlass des Seetaler Poesiesommers 2013 auf Schloss Hallwyl statt. Unter dem Titel «Identität. Über das Echte und Eigene» lesen, sprechen und spielen die Berner Schriftstellerin Theres K. Agdler (Jämtland/Schweden), Gösta Sandell (Stockholm), Daphne Springhorn (Wien, Kulturverantwortliche der Schwedischen Botschaft), Carina Bergström (Sorsele/Lappland mit Intermezzi auf der Geige) und Hansruedi Zeder (Hochdorf mit intimer Musik auf dem Clavichord). (az)
Programm des Poesiesommers unter
www.heidegg.ch

Dazwischen gab es immer wieder Musik, auf einem der feinsten und intimsten Instrumente, dem Clavichord. Meisterhaft gespielt von Hansruedi Zeder aus Hochdorf.

Dieses Instrument hat in Schweden eine alte Tradition und wird mit einer Klaviertastatur gespielt, je nach Grösse des Modells bis zu drei Oktaven. Die Saiten im Resonanzkasten aus Holz liegen parallel zum Spieler und die Hämmerchen mit den Metallstiften am Ende schlagen von unten auf die Saiten.

Ein sphärisch feiner, meditativer Ton entsteht. Beim anschliessenden Apéro mit Bündnerfleisch, Schweizer Wein und Schokolade zum Dessert in der Küche von Wilhelmina von Hallwyl, geborene Kempe kam man sich näher und erfuhr mehr über die Beziehung zwischen Hallwyl-Palais, Stockholm und Schloss Hallwyl, Seengen.

Anwesend waren Botschaftsdelegationen aus Italien, Österreich, Serbien, Tunesien, Chile, El Salvador und Ecuador.

Die Veranstaltungen in der Schweiz auf Schloss Heidegg, Schloss Hallwyl und weiteren historischen Orten im Seetal, dauern bis zum 11. August – dann setzt die traditionelle Lesung im Ruderboot auf dem Hallwilersee den Schlusspunkt hinter dieses längste Literaturfestival der Schweiz.

Aktuelle Nachrichten