1. August
«Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen»: Horst Hablitz legt Rupperswilern die Bundesverfassung ans Herz

Bei der Bundesfeier in Rupperswil bot Polizeipsychologe Horst Hablitz dem Publikum konkrete Lebenshilfe. Es gelte, Demut und Dankbarkeit zu entwickeln, so der Festredner.

Peter Weingartner
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Festredner Horst Hablitz (Mitte) beim Singen der Nationalhyme mit Gemeinderätin Jasmin Bühler-Hofer und Gemeindeammann Rudolf Hediger.

Festredner Horst Hablitz (Mitte) beim Singen der Nationalhyme mit Gemeinderätin Jasmin Bühler-Hofer und Gemeindeammann Rudolf Hediger.

Bild: Peter Weingartner

Erfahrungsgenährt, witzig, selbstironisch und ernst: Mit einer launigen Rede brachte der in Deutschland geborene Wahlrupperswiler Horst Hablitz, Polizeipsychologe und Achtsamkeitstrainer, zum Schmunzeln und Nachdenken.

Auch in der Schweiz sieht er die Gesprächskultur in Schieflage: Man hört einander nicht zu. Etwa in der «Arena» rücke niemand von seinem Standpunkt je ab. Keule und Gegenkeule wie im Deutschen Bundestag. Dabei: «Was weiss ich schon?» Er halte es da mit Sokrates. Einflüsse vom «grossen Kanton» seien auch in der Werbung «schmerzhaft spürbar»: Geiz ist geil; ich bin doch nicht blöd!» Hablitz: «Alle wollen reden – lernen wir zuhören!» Wahrnehmen, was ist, statt sofort deuten und spekulieren, dafür plädiert er. Und Achtsamkeit sei lernbar.

Der zweite Begriff, den er dem Publikum beliebt machen will: danken. Im Mitteleuropa geboren zu sein, sei eine Gnade, ein «verdammtes Glück». Die Seele hätte sich auch «Syrien, eine Favela in Rio oder die Zürcher Bahnhofstrasse» aussuchen können. Hablitz bietet seinem Publikum konkrete Lebenshilfe: Für jede schöne Kleinigkeit (ein Schwatz, ein Lachen, die Stille, Vogelgezwitscher) eine Bohne von einem Hosensack in den anderen verschieben. Das richte den Fokus auf die schönen Seiten des Lebens und mache jeden Tag zu einem glücklichen Tag.

«Liefere statt lafere» – der Satz beschwört Hablitz’ dritten Begriff: das Handeln. Am Stammtisch flotte Reden schwingen könne jeder. Mit der Präambel der Bundesverfassung schliesst er den Kreis seiner Gedanken. Sie gipfelt im Satz: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.» Mehr brauche es nicht. Und Horst Hablitz kredenzt dem Publikum nach 45 Minuten ein Kompliment: «Zuhören könnt ihr.»

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