Kommentar
Handlungsbedarf bei den Kinderzulagen

Im Aargau gibt es 200 Franken Zulage für ein Kind beziehungsweise 250 Franken Ausbildungszulage. In anderen Kantonen fallen die Zulagen deutlich grosszügiger aus.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Im Aargau gibt es für ein Kind eine monatliche Zulage von 200 Franken beziehungsweise eine Ausbildungszulage von 250 Franken. Das entspricht den Mindestansätzen. Der Kanton ist damit in guter Gesellschaft mit seinen Nachbarn Solothurn und Baselland. Zürich und Luzern richten etwas höhere Leistungen aus. Noch etwas weiter geht Bern, deutlich mehr gibt es in den reichen Kantonen Basel-Stadt und Zug. Die höchsten Ansätze kennt Genf mit bis zu 500 Franken.

Nebst dem Aargau gelten in sechs weiteren Kantonen die Mindestsätze. Das heisst umgekehrt, dass 19 andere Kantone – zum Teil deutlich – grosszügiger sind. Jetzt fordert die SP-Fraktion im Grossen Rat eine Erhöhung auf das Niveau von Basel-Stadt (275 bzw. 325 Franken). Der Ruf nach mehr Zulagen ist berechtigt. Schliesslich soll der Aargau nicht nur bei den Steuersätzen und den Steuerabzügen, sondern auch bei den Zulagen konkurrenzfähig sein. Allerdings liegt eine Erhöhung auf das Niveau von Basel-Stadt mit seiner wertschöpfungsstarken Wirtschaft nicht drin.

Viele werden jetzt sagen, auch eine moderate Erhöhung auf 230 bzw. 280 Franken sei angesichts der heftigen Wirtschaftskrise und der aktuell ungewissen Corona-Aussichten im Aargau nicht bezahlbar. Zu bedenken ist aber, dass es von einem parlamentarischen Auftrag bis zur Umsetzung meist mehrere Jahre dauert. Bis dann hat sich die Wirtschaft hoffentlich erholt. Dann würde dem Aargau eine moderate Erhöhung gut anstehen.