Druckmaschinen-Hersteller

Zofinger Traditions-Unternehmen Müller Martini baut 115 Stellen ab – ein Standort schliesst

Müller Martini in Zofingen

Müller Martini in Zofingen

  • Aufgrund der weltweiten Digitalisierung und wegen der Abkühlung der allgemeinen Wirtschaftslage investiert die Druckbranche weniger in neue Anlagen.
  • Diese Entwicklung bekommt auch das Familienunternehmen Müller Martini zu spüren.
  • Trotz grosser Anstrengungen werden immer weniger Neumaschinen bestellt.
  • Da in absehbarer Zeit keine Wende zu erwarten ist, sieht sich das Unternehmen gezwungen, seine Struktur anzupassen.

Müller Martini hat sich in den vergangenen Jahren neben der aktiven Marktkonsolidierung ein modernes Produktsortiment für die zukunftsorientierte Herstellung von Druckprodukten aufgebaut, die digitale Transformation in der grafischen Branche aktiv mitgestaltet und seine führende Marktposition behauptet. Trotz positiver Entwicklung in den letzten Jahren ist die Druckindustrie wegen der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage weiter unter enormem Druck. Viele Kunden halten sich deshalb, insbesondere im Buch- und Magazinmarkt, selbst mit überfälligen Investitionen zurück.

Seit einiger Zeit verzeichnet Müller Martini einen markanten Rückgang bei den Bestellungen von Neumaschinen, was eine tiefe Auslastung der Fabriken zur Folge hat. Die Verantwortlichen des Familienunternehmens haben in den letzten Monaten alles unternommen, um den Erhalt der Arbeitsplätze trotz des Wegbruchs der betreffenden Aufträge zu sichern. «Zu meinem grossen Bedauern mussten wir schliesslich zur Erkenntnis gelangen, dass wir den markanten Rückgang im Bereich der Neumaschinen nicht ohne schmerzhafte Einschnitte auffangen können. Obwohl der Schritt aus unternehmerischer Sicht zwingend ist, fällt er mir und der ganzen Unternehmensführung ausserordentlich schwer», sagt CEO Bruno Müller.

Die Firma sieht sich gezwungen, in den kommenden Monaten rund 115 der aktuell 800 Arbeitsplätze an ihren Standorten in der Schweiz abzubauen. Als Teil der Massnahmen wird die Schliessung der in der Teilefertigung tätigen, zur Müller Martini Maschinen & Anlagen AG in Hasle gehörenden Betriebsstätte in Stans mit 60 Mitarbeitenden geprüft.

Soziale Verantwortung steht im Vordergrund

«Ich sehe es als unsere unternehmerische Pflicht, diesen Schritt so sozialverträglich wie möglich zu gestalten», sagt Bruno Müller. Der Stellenabbau soll daher wo immer möglich über ordentliche oder vorzeitige Pensionierungen, Altersteilzeit und natürliche Fluktuationen abgefedert werden. Dazu wird nun umgehend ein entsprechender Sozialplan ausgearbeitet. «Wir wollen die Zeit der grossen Verunsicherung bei unseren Mitarbeitenden so kurz wie möglich halten», so Müller weiter.

Für die zur Diskussion stehende Schliessung der Betriebsstätte in Stans wird in den kommenden Wochen im Rahmen eines Konsultationsverfahrens (gemäss Branchen-GAV MEM) mit der Personalvertretung nach konstruktiven Lösungen gesucht.

Der Unternehmensleitung ist es darüber hinaus ein zentrales Anliegen, Müller Martini auf ein gesundes Fundament für die Zukunft zu stellen und damit die rund 700 verbleibenden Arbeitsplätze in der Schweiz nachhaltig zu sichern.

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