Tragischer Vorfall am Nationalfeiertag: Am Donnerstagnachmittag ist ein Asylbewerber aus Afghanistan im Stroppel-Kanal bei Untersiggenthal ertrunken. Der 26-jährige Mann wollte in der Aare zur Insel schwimmen, als er in der Mitte des Kanals plötzlich um sich schlug, um Hilfe rief und unterging.

Wie die Kantonspolizei Aargau gestern mitgeteilt hat, wurde der Mann trotz sofortigem Einsatz von Polizei und Feuerwehr nicht mehr gesichtet. Die Leiche wurde kurz nach 20.30 Uhr von Tauchern der Kantonspolizei Baselland geborgen.

Mit dem neusten Vorfall steigt die aktuelle Zahl von Ertrinkungsfällen in Flüssen schweizweit auf 14 - 9 davon sind Männer. 2012 waren es 21, darunter 16 Männer.

Was auffällt: Bei den Ertrinkungsopfern handelt es sich häufig um Männer ausländischer Abstammung. Erst im Juni ist in der Limmat ein thailändischer Tourist ertrunken, im April starb bei Biel ein Tunesier, der einen Ball aus den Fluten holen wollte.

In Bern bezahlten 2012 zwei Asiaten ihren Sprung in die Aare mit dem Leben. Eine Tendenz will Prisca Wolfensberger, Mediensprecherin der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), nicht bestätigten, eine Häufung sei aber auch ihr aufgefallen. Sie erklärt sich die Vorfälle damit, dass das Flussschwimmen relativ einfach aussehe.

«Die Touristen sehen die Einheimischen gemütlich im Fluss treiben und unterschätzen die Gefahr, die das Flussschwimmen mit sich bringt.» Denn als wichtigste Regel für das Schwimmen in freien Gewässern gilt: Wer nicht gut und geübt ist, hat im Wasser nichts verloren.

Fehlender Auftrieb als Problem

«In vielen Ländern lernen die Menschen nicht schwimmen, selbst wenn sie direkt am Meer wohnen», so Wolfensberger. Dazu komme der Unterschied zwischen Salz- und Süsswasser: «Wer nur das Meer kennt, ist sich einen anderen Auftrieb gewohnt.»