Arbeitslosigkeit
Warum ist im Aargau die Arbeitslosenquote so tief wie letztmals Ende 2008?

Der Kanton Aargau hat neu eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent. Das sind 0,3 Prozent weniger als im Vormonat. Der Rückgang hat aber einen Haken.

Fabian Muster
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Im Juni waren noch 8713 Personen arbeitslos gemeldet.

Im Juni waren noch 8713 Personen arbeitslos gemeldet.

Matthias Kessler

Der Aargau hat mit 2,5 Prozent im Juni eine so tiefe Arbeitslosigkeit wie letztmals im November 2008 während der Hochkunjunktur. Der Rückgang um 0,3 Prozent zum Vormonat ist markant. Arbeitslos sind aber nur 277 Personen weniger gemeldet.

Warum? Der Grund ist eine aktualisierte Berechnung der Erwerbspersonen. Neu basiert die Zahl der Werktätigen auf der Volkszählung 2010 und nicht wie bisher auf derjenigen vom 2000. Neu gibt es im Kanton 349087 Erwerbspersonen. Das sind 42627 mehr als im Jahr 2000. Mit der alten Zahlen würde die Arbeitslosenquote bei 2,8 Prozent bestehen bleiben.

Neue Stichprobenerhebung

Bis zur Volkszählung 2000 wurde die Zahl der Erwerbspersonen durch eine Befragung aller Haushalte in der Schweiz erhoben. Dadurch konnte eine exakte Zahl ermittelt werden. Bei der Volkszählung 2010 basiert die Zahl der Erwerbspersonen auf einer Stichprobe von 330000 Personen. Deren Ergebnis wird auf die Gesamtheit der Bevölkerung hochgerechnet.

Aufgrund der neuen Erhebungsmethodik sind für gewisse kleinere Gemeinden keine verlässlichen Angaben zur Zahl der Erwerbspersonen und demzufolge auch keine zu den Arbeitslosenquoten mehr möglich. Die Zahl der Arbeitslosen wird dagegen wie bisher durch die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) direkt erhoben und ausgewiesen. Die neue Methode hat den Vorteil, dass Daten jährlich erhoben werden und damit deutlich aktuellere Werte verfügbar sind als bei Volkszählungen im Zehnjahresrhythmus.