Jugendkriminalität

Trotz Juso-Einladung: Strafrechtler Killias will nicht kiffen

Martin Killias und Cannabis – da schüttelt der Strafrechtsprofessor den Kopf. Er will nicht kiffen.

Martin Killias und Cannabis – da schüttelt der Strafrechtsprofessor den Kopf. Er will nicht kiffen.

Gemeinsam mit der Juso einen Joint drehen - für Strafrechtsprofessor Martin Killias keine Option. Er lehnt das Angebot der Juso ab, wäre aber gerne bereit, mit den Jungpolitikern über die Resultate seiner Jugendkriminalitäts-Studie zu diskutieren.

Im Ärger entschied sich die Juso Aargau zu einer provokativen Aktion. Weil eine Studie von Martin Killias auf das Ergebnis kam, dass ein starker Zusammenhang zwischen Cannabis und Delinquenz besteht, lud die Jungpartei den Strafrechtsprofessor auf eine Diskussion bei einem Joint ein. Nun hat Killias geantwortet.

Er sei gerne bereit zu diskutieren, antwortet er den Jungpolitikern in einem Schreiben - «aber rauchfrei». Denn: Er nehme nicht gerne an Raucheranlässen teil. «Insofern wäre ich froh, wenn Ihr erst dann einen Joint anzünden würdet, wenn ich wieder gegangen sein werde», schreibt Killias und ergänzt herausfordernd: «Sofern Ihr darauf dann noch immer Wert legt.»

Die Juso Aargau warf Killias vor, die Folgen des Cannabis-Konsums nur einseitig betrachtet zu haben. Aus Sicht der Jungpolitiker liegt es an der Kriminalisierung des Cannabis-Konsums, dass kiffende Jugendliche öfter mit dem Gesetz in Konflikt gerieten als alkoholtrinkende.

Killias stimmt der Juso zu, dass die Frage nach Kausalität schwierig zu beantworten sei. «Bewirkt Kiffen Gewalt oder sind umgekehrt gewalttätige Jugendliche eher geneigt, zu kiffen?»

Doch das sei beim Rauchen vor 40 Jahren nicht anders gewesen. Etlich Studien seien nötig gewesen, bis man eingesehen habe, dass Rauchen schädlich sei. Doch schon während es noch umstritten war, «wäre es nicht dumm gewesen, etwas weniger oft eine anzuzünden.»

Killias findet es wichtig, dass weniger Leute weniger oft kiffen. «Wie man dazu kommt, ist mir eigentlich egal, ich hänge nicht an Verboten. Aber es war bisher bei allen Substanzen regelmässig so, dass eine Erhöhung der Verfügbarkeit mit vermehrtem Konsum einherging.»

Der Strafrechtsprofessor reagierte mit dieser Äusserung auf die Forderung der Juso, Cannabis zu legalisieren, um eine bessere Präventionsarbeit bei Jugendlichen zu ermöglichen: Etwas, das «sicherlich auch im Sinne von Martin Killias wäre», schrieb die Juso.

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