Nachtleben

Tanzverbot-Initiative: Der Grosse Rat empfiehlt dem Volk ein Nein

Das Tanzverbot treibt die Aargauer in die Nachbarkantone. (Archiv)

Das Tanzverbot treibt die Aargauer in die Nachbarkantone. (Archiv)

Das Aargauer Parlament hat am Dienstag die «Weg mit dem Tanzverbot"-Initiative der Aargauer Piratenpartei abgelehnt. Eine Mehrheit wollte die Öffnungszeiten für Bars und Clubs an Feiertagen nicht grundsätzlich verlängern.

Ein Tanzverbot, so waren sich alle Grossrätinnen und Grossräte einig, existiert im Kanton Aargau nicht. Diskutiert wurde trotzdem über die Initiative der Piratenpartei, die «Weg mit dem Tanzverbot» fordert. Ihr Ziel: Restaurant, Bars und Clubs sollen an hohen christlichen Feiertagen bis 2 Uhr, mit Ausnahmebewilligung bis 4 Uhr geöffnet haben dürfen. Bislang gilt, um 00.15 Uhr ist Schluss.

Die Grünen setzten sich für die Initiative ein. Daniel Hölzle sagte, mit der aktuellen Regelung sei die Party bereits zu Ende, bevor sie begonnen habe. «Lassen wir die Leute die Feste feiern, wie sie fallen.» Ähnlich tönte es bei den Sozialdemokraten.

Florian Vock sprach von grossen Ausfällen für das Gastgewerbe. Er rief dazu auf, den «alten Zopf» abzuschneiden: «Ihre Kinder und Enkelkinder werden Ihnen dankbar sein.» Unterstützung erhielten die linken Parteien von der FDP. Silvan Hilfiker: «Wir setzen auf Eigenverantwortung der Bürger und der Unternehmer.» Es handle sich dabei um eine unnötige gesetzliche Bestimmung. «Heute würde niemand mehr auf die Idee kommen, dieses Verbot einzuführen.»

Ausnahmen sollen möglich sein

Die übrigen bürgerlichen Parteien sprachen sich gegen die Vorlage aus. Bruno Rudolf (SVP) sagte, die Initianten wollten ein Verbot abschaffen, das es gar nicht gebe. «Die Party zählt mehr als die christlichen Feiertage.» EVP-Grossrat Urs Plüss sagte: «Was für die Einen Freiheit zum Tanzen bedeutet, bedeutet für die Anderen Zwang zum Arbeiten.»

Seine Partei stimmte genauso dagegen wie die Mehrheit der CVP, BDP und EDU. 69 Ja zu 57 Nein lautete das Endresultat. Die Ratsmehrheit schliesst sich damit dem Regierungsrat an. Dieser würde stattdessen einen Vorstoss von SVP-Grossrat Serge Demuth unterstützen, der den Gemeinden erlaubte, Ausnahmen vorzusehen oder in Einzelfällen zu bewilligen.

Lesen Sie in unserem Liveticker die gesamte Debatte im Grossen Rat nach: 

Liveticker: Der Grosse Rat tagt 27.10.2015

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