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Sparpaket könnte Sportschule Aargau Ost zum Verhängnis werden

Noch ist nicht klar, ob im Raum Baden eine Sportschule entstehen kann. (Symbolbild)

Noch ist nicht klar, ob im Raum Baden eine Sportschule entstehen kann. (Symbolbild)

Die Stadt Baden ist interessiert an einer zweiten Sportschule auf Sekundarstufe I. Doch viele Fragen sind noch offen – und das Sparpaket könnte zum Stolperstein werden.

Schon vor drei Monaten sagte Martin Hitz, Präsident des Handball-Regionalverbandes Aargau Plus, in der az: «Wir haben die Idee, im Ostaargau auf der Sekundarstufe I eine zweite Sportklasse analog zur Sportschule Buchs-Rohr ins Leben zu rufen. Dies planen wir zusammen mit weiteren ambitionierten Aargauer Sportverbänden.»

Hintergrund der Idee: Die drei Nationalliga-B-Handballvereine Baden, Endingen und Siggenthal hatten beim Verband das Bedürfnis nach weiteren Sportschulplätzen für ihre talentierten Nachwuchsspieler angemeldet. Bisher müssen diese, wenn sie die Sportklasse besuchen wollen, täglich nach Buchs reisen. «Das ist insbesondere für die Spieler aus dem Zurzibiet und anderen Regionen im Ostaargau nicht optimal, der Weg ist ziemlich lang», sagt Jolanda Rüegg, Geschäftsführerin des regionalen Handballverbandes.

Stadt Baden zeigt Interesse

Dieser hat das Anliegen der Vereine aufgenommen und ist zusammen mit Unihockey-Vertretern kürzlich bei der Stadt Baden vorstellig geworden. «Wir haben der zuständigen Stadträtin, der Schulpflege und dem Sportkoordinator unsere Idee präsentiert», sagt Rüegg.

Dort zeigt man sich offen, wie Stadträtin Ruth Müri (Team Baden) gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF sagte: «Wir haben Interesse signalisiert, nun laufen weitere Abklärungen. Der Ball liegt nun wieder bei den Vereinen.» Müri betonte, gerade für junge Talente im östlichen Kantonsteil wäre eine weitere Sportschule eine bessere Möglichkeit, um Schule und Training unter einen Hut zu bringen.

Wie hoch die Kosten wären und ob sich die Stadt Baden aktuell eine solche Schule leisten könnte, ist indes ungeklärt. Müri halt aber fest: «Wer eine solche Schule besuchen will, muss auch Schulgeld zahlen.» In den meisten Fällen übernehme das aber die Wohngemeinde des jungen Sportlers.

Kanton reagiert zurückhaltend

Christian Koch, Leiter Sektion Sport beim Kanton, hat von Plänen für eine Sportschule im Ostaargau gehört. «Eine konkrete Anfrage liegt uns aber nicht vor, zuerst wäre es an den interessierten Sportvereinen oder -verbänden, das Bedürfnis nachzuweisen», sagt Koch.

Erst mit diesen Angaben könnte allenfalls ein Projekt gestartet werden, erläutert der Sektionsleiter. Koch gibt aber zu bedenken, dass das finanzielle Umfeld für eine weitere Sportschule im Aargau derzeit schwierig sei. «Wenn der Kanton ein Sparpaket schnürt, von dem auch der Bildungsbereich massgeblich betroffen ist, ist dies natürlich keine optimale Ausgangslage, um neue Angebote zu schaffen.»

Heute gibt es 30 Sportschüler

Informiert über die Idee wurde auch Thomas Merkofer, der Verantwortliche für die seit 2002 bestehende Sportschule in Buchs. «Grundsätzlich ist es Sache des Kantons, eine weitere Sportklasse zu bewilligen», hält er fest. Merkofer steht den Plänen in Baden neutral gegenüber, betont allerdings: «Auch für eine zweite Sportschule müssten natürlich die gleichen Qualitätskriterien im sportlichen und schulischen Bereich gelten wie für uns.»

Derzeit besuchen 30 Jugendliche die Sportschule Buchs-Rohr: zehn Fussballer, neun Handballer, fünf Schwimmer, drei Mountainbiker, zwei Volleyballer und eine Turmspringerin.

Für jedes junge Sporttalent wird ein jährliches Schulgeld von 7000 Franken fällig, dazu bezahlen die Eltern weitere 3000 Franken für sportmedizinische Betreuung und Verpflegung.

Das Konzept der Sportschule sieht vor, dass die Schüler nur einen Teil des Unterrichts in ihrer Regelklasse besuchen und stattdessen mehr Trainingszeit erhalten. Die verpassten Stunden holen sie in Kleingruppen nach, damit die schulische Leistung nicht unter dem grossen sportlichen Engagement leidet.

Die Selektionskriterien für die Sportschule, die von Swiss Olympic zertifiziert ist, sind streng. Aufgenommen werden nur Einzelsportler, die in ihrem Jahrgang unter den zehn Besten der Schweiz figurieren, und Mannschaftssportler, die einer regionalen Auswahl angehören.

Die Sportschüler absolvieren – neben dem Training in ihren Vereinen – wöchentlich sechs Einheiten tagsüber. Diese müssen von qualifizierten Trainern geleitet werden.

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