Victorinox
Selbst Astronauten schwören auf Schweizer Taschenmesser

Carl Elsener, der CEO von Victorinox erzählt, wie ein Schweizer Taschenmesser einem Astronauten auf der Raumstation MIR schon einmal aus der Klemme halt.

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«Niemand ist absolut wichtig»: Carl Elsener in Erlinsbach. Alex Spichale

«Niemand ist absolut wichtig»: Carl Elsener in Erlinsbach. Alex Spichale

Alex Spichale

Sepp Blatter ist bereits angekündigt. Der Walliser wird im Herbst an der Lunchveranstaltung des Business Club Mittelland auftreten – laut Ankündigung als Fifa-Präsident. Dass er diese Funktion dannzumal noch ausübt, ist zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher. Denn Ende Mai steht beim Weltfussball-Verband die Präsidenten-Wahl an.

Dieses Problem hatten die Veranstalter mit ihrem gestrigen Referenten Carl Elsener nicht: Kaum eine Firma verkörpert die viel zitierten Schweizer Werte wie Beständigkeit und Zuverlässigkeit besser als die von ihm geführte Victorinox AG.

Der 57-Jährige führt das 1884 von seinem Urgrossvater gegründete Schwyzer Unternehmen seit 2007. Blatter war mit der Fifa da eben in einen imposanten Glasbau am Zürichberg umgezogen. Sätze wie: «Wir wollen unsere Partner nicht mit Glaspalästen beeindrucken, sondern mit den Produkten und Serviceleistungen», wird man im November also wohl nicht hören.

Bescheidenheit als Merkmal

Sowieso überzeugte der Victorinox-Chef im «Hirschen» in Erlinsbach vor rund 80 Zuhörern mit unaufgeregter Bescheidenheit. «Alle in unserem Betrieb sollen wissen, dass niemand absolut wichtig ist», erklärte er. «Es braucht immer jeden Einzelnen.»

Bescheidenheit schliesst Stolz aber natürlich nicht aus. Elsener, im roten Victorinox-Pullover mit drei Victorinox-Taschenmessern in den Hosentaschen und einer Victorinox-Uhr am Handgelenk, zitierte den Astronauten Chris Hadfield. Dieser beschreibt in einem Buch, wie er mithilfe eines Swiss Army Knife die Luke der Raumstation Mir aufgebrochen hat, und rät: «Never leave the planet without one».

«Ganz wichtig ist es, in guten Zeiten Reserven zu bilden», riet Elsener all jenen, die den Planeten nicht zu verlassen gedenken. Ein wichtiger Meilenstein in der Victorinox-Geschichte sei deshalb die Gründung der Unternehmensstiftung im Jahr 2000 gewesen, in der heute 90 Prozent des Aktienkapitals liegen. Elsener: «Im Interesse einer gesunden und nachhaltigen Entwicklung hat die Familie bewusst für ewig auf den Wert und die Reserven der Victorinox verzichtet.»

«Ewig» ist natürlich ein grosses Wort. Aber wenn, dann darf es wohl schon der Produzent des unverwüstlichen Swiss Army Knife in den Mund nehmen. Und vielleicht noch Sepp Blatter.