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«S neue Aargauerlied» soll den Kanton erobern

«Aargau, Rüüssgau, Rhygau, Limmetgau»: «S neue Aargauerlied» soll den Kanton erobern

«Aargau, Rüüssgau, Rhygau, Limmetgau»

Ein neues Lied möchte den Aargau musikalisch erobern. Es heisst ganz unbescheiden und leicht provokativ «S neue Aargauerlied». Das Lied wird ab nächster Woche über verschiedene Kanäle zu den Aargauerinnen und Aargauern gebracht. Es soll den ganzen Aargau zum Singen bringen und es soll daran erinnern, dass der Aargau der Kanton der Regionen ist.

Mit dem neuen Aargauer Lied wird der Aargau als Kanton der Regionen gewürdigt. Gesucht sind möglichst viele Sängerinnen und Sänger, die ihren Gesang dem Stadtmuseum Aarau zur Verfügung stellen.

«Im Aargau sind zwöi Liebi» ist das Aargauer Lied schlechthin. Es gehört zu den bekanntesten Schweizer Volksliedern. Und wenn auch wohl nur wenige Aargauerinnen und Aargauer alle Strophen kennen – die Melodie ist Allgemeingut.

Doch jetzt erhält «Im Aargau sind zwöi Liebi» ernsthafte Konkurrenz. Ein neues Lied möchte den Aargau musikalisch erobern. Es heisst ganz unbescheiden und leicht provokativ «S neue Aargauerlied». Das Lied wird ab nächster Woche über verschiedene Kanäle zu den Aargauerinnen und Aargauern gebracht. Es soll den ganzen Aargau zum Singen bringen und es soll daran erinnern, dass der Aargau der Kanton der Regionen ist. Hinter dem neuen Lied steckt das Stadtmuseum Aarau mit seinem Projekt «Die Aargauer Regionen – eine klingende Heimatkunde». Es ist der Beitrag des Museums an das kantonale Gedenkjahr «1415 – Die Eidgenossen kommen».

Im Jahr 1415 haben die Eidgenossen in einem handstreichartigen Feldzug den Habsburgern ihre Stammlande im Aargau entrissen. Im Rahmen der Aufteilung der eroberten Gebiete unter den Eidgenossen sind die vier Regionen Berner Aargau, Baden, Freiamt und Fricktal entstanden. Die Regionen prägen bis heute den Kanton. Sie wirken auf die Politik und sind identitätsstiftend. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Diskussion um die Standorte der Berufsschulen im Aargau. Da wehren sich die Regionen für ihre gefährdeten Schulen und stellen sich gegen jede Zentralisierung – und wäre sie ökonomisch auch noch so sinnvoll.

Das Stadtmuseum Aarau macht im Rahmen des Gedenkjahres die Bedeutung der vier Regionen für den Aargau zum Thema, und zwar auf musikalische Art und Weise. Es hat dazu ein Lied – «S neue Aargauerlied» – herstellen lassen. Das Lied stammt aus der Feder der jungen Aarauer Pino Dietiker (Text) und Steven Parry (Komposition) und es besingt den Aargau und seine vier Regionen.

Jetzt sollen möglichst viele Menschen im Aargau das neue Lied singen. Einzelpersonen, Ad-hoc-Gruppen, Schulklassen, Chöre – alle Aargauerinnen und Aargauer sind eingeladen, sich der gesanglichen Herausforderung zu stellen. Mehr noch: «Wir möchten, dass sich die Menschen beim Singen filmen und dem Museum dann die entsprechende Aufnahmen zur Verfügung stellen», erklärt Martin Handschin, vom Büro «imRaum» in Baden, der das Konzept mitentwickelt hat.

Diese Aufnahmen sind einerseits das Ausgangsmaterial für eine Ton-Installation mit dem Titel «Klingende Heimatkunde», die vom 24. Oktober bis zum 20. November 2015 im Foyer des Stadtmuseums Aarau zu sehen ist. Andererseits werden die Aufnahmen gebraucht, um einen Film zu realisieren, der die Beiträge aller Sängerinnen und Sänger in einem Clip zusammenbringt. Dieser Clip wird zum Abschluss des Gedenkjahres am 20. November in Aarau gezeigt.

«Das Lied ist unsere Ausgangslage, um mit der Aargauer Bevölkerung ins Gespräch über die Regionen zu kommen», sagt Martin Handschin. So wird das «Aargauerlied-Mobil», das vom 7. bis 19. September in allen Bezirkshauptorten Halt machen wird, nicht nur als Tonstudio dienen. Sondern die Sängerinnen und Sänger können sich auch via Fragebogen über ihr Verhältnis zu ihrer Region äussern. Eine Installation im Stadtmuseum ab dem 24. Oktober wird dann die Resultate der Umfrage zugänglich machen. Ebenfalls Teil der Installation sind – neben vielen Liedinterpretationen, Expertenstimmen aus den Regionen über die Regionen.

Ob das neue Aargauerlied das altbekannte «Im Aargau sind zwöi Liebi» ernsthaft konkurrenzieren kann, wird sich weisen. Sicher ist aber, dass es zu reden geben wird, ist doch der Text ziemlich modern und daher wohl für viele gewöhnungsbedürftig. Das gilt auch für den Refrain, dessen Anfang diesem Text den Titel lieferte: «Aargau, Rüssgau, Rhygau, Limmetgau».

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