Aargauer Kultur

Rücktritt von Kuratoriumspräsident Rolf Keller: neue Vize-Präsidentin ist gewählt

Rolf Keller, Präsident des Aargauer Kuratoriums gibt seinen Posten auf Ende Jahr ab.

Rolf Keller, Präsident des Aargauer Kuratoriums gibt seinen Posten auf Ende Jahr ab.

Kuratoriums-Präsident hat den Rücktritt per Ende Jahr eingereicht. Die jüngsten Vorwürfe spielten bei seinem Entscheid keine Rolle. Gabi Umbricht wurde bereits zur Vize-Präsidentin gewählt.

Der Präsident des Aargauer Kuratoriums, Rolf Keller, hat beim Regierungsrat seinen Rücktritt per Ende Jahr eingereicht. Am Montag dieser Woche hat bereits Vize-Präsident Stephan Diethelm seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Im Kuratorium kommt es zum Umbruch und zum Generationswechsel.

Im Gegensatz zu Diethelm sei der Rücktritt von Keller aber nicht eine Folge der Ereignisse und Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen in der AZ geäussert wurden. «Der Entscheid steht nicht im Zusammenhang mit den jüngsten Vorwürfen gegen das Kuratorium», sagt Keller auf Anfrage, «ich habe mir den Rücktritt schon vor rund einem Jahr überlegt, habe mich dann aber entschlossen, das Jubiläumsjahr noch abzuschliessen. Offiziell habe ich den Rücktritt schon im Juni bekannt gegeben».

Das Kuratorium ist in die Kritik geraten, weil Kuratoren in der Doppelrolle von Geldgeber und Geldnehmer den Verdacht auf Vetternwirtschaft weckten. Als Grund für seinen Rücktritt gibt der 70-jährige Keller aber sein Alter an. Dazu sei es für ihn nach acht Jahren Zeit für einen Wechsel. «Lange Amtszeiten halte ich nicht für sinnvoll. Ein regelmässiger Turnus ist deshalb angebracht», sagt er, «jetzt sollen Jüngere übernehmen und ihre Ideen und Grundhaltungen im Kuratorium einbringen».

Die Wahl einer geeigneten Persönlichkeit für die Übernahme des Kuratoriumspräsidiums liegt gemäss dem Kulturgesetz in der Kompetenz des Regierungsrats; sie soll sobald wie möglich erfolgen. Das Amt wird öffentlich ausgeschrieben. Ein Novum. Mit dem Vorgehen wolle man bei der Besetzung grösstmögliche Transparenz schaffen. Sollte bis Ende Jahr die Nachfolge noch nicht geregelt sein, so wird Rolf Keller die Geschäfte über den Rücktrittstermin Ende Jahr hinaus bis zum Amtsantritt einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers weiterführen. Der Regierungsrat gehe gerne auf das Angebot ein, heisst es in der Mitteilung des Kantons.

Gabi Umbricht zur Vize-Präsidentin gewählt

Zu einer doppelten Vakanz im Kuratoriumspräsidium wird es aber doch nicht kommen. An der Plenumssitzung von gestern Freitag wurde die Kuratorin Gabi Umbricht aus Windisch per sofort zur Vize-Präsidentin des Aargauer Kuratoriums gewählt. Umbricht ist als Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin und Kulturveranstalterin tätig. Im Kuratorium ist sie heute in dern Fachgruppen «Bildende Kunst und Performance», «Klassik» und «Literatur» engagiert.

Regierungsrat dankt Keller für grossen Einsatz

Während acht Jahren hat sich Rolf Keller mit grossem persönlichen Einsatz für die Förderung des zeitgenössischen Kunstschaffens im Aargau eingesetzt und dabei die Arbeit des elfköpfigen Fördergremiums verstärkt ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit gebracht. In seine Amtszeit fallen die Neuausrichtung des Kunstpreises des Kantons Aargau und die Etablierung eines Anerkennungspreises für Kulturvermittlung, die Erarbeitung des ersten Kulturkonzepts des Kantons Aargau sowie in diesem Jahr, anlässlich von 50 Jahren Kulturgesetz und Kuratorium im Aargau, die Jubiläumsveranstaltung und das Jubiläumsbuch «Sauerstoff für Kunst und Kultur». Der Regierungsrat dankt Rolf Keller für sein ausserordentlich grosses Engagement für das künstlerische Schaffen und die Kulturförderung im Kanton Aargau und wünscht ihm für die Zukunft alles Gute.

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