Projekt
12 Millionen für Bahnausbau: SP will Geld aus der Strassenkasse – SVP befürchtet, dass der Autoverkehr ausgebremst wird

Für total 48 Millionen Franken soll die Bahnstrecke zwischen der Station Reppischhof und dem Bahnhof Dietikon doppelspurig ausgebaut werden. Die Aargauer Parteien unterstützen die Kostenbeteiligung von 12 Millionen, stellen aber sehr unterschiedliche Forderungen.

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Auch in Dietikon, wo die Bahn heute praktisch ein Tram ist, soll das Trassee auf zwei Spuren ausgebaut werden.

Auch in Dietikon, wo die Bahn heute praktisch ein Tram ist, soll das Trassee auf zwei Spuren ausgebaut werden.

David Egger / LTA

Täglich fahren Tausende von Pendlern mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn, die heute S17 heisst und Teil des Transportunternehmens Aargau Verkehr ist, zur Arbeit. Nun soll die Strecke zwischen den Stationen Reppischhof und Dietikon Bahnhof doppelspurig ausgebaut werden. Das ganze Projekt kostet 47,3 Millionen Franken, der Aargau beteiligt sich mit 11,8 Millionen.

Mit dem Ausbau sollen bis zu 105 Meter lange Züge und ein 7,5-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit möglich werden. In der Vernehmlassung zum Kredit, den die Regierung dem Grossen Rat beantragt, zeigt sich breite Zustimmung für diese Kostenbeteiligung. Die Mitte unterstützt die Investitionen und schreibt, die S17 sei «das Rückgrat der ÖV-Anbindung des ländlichen Zentrums Bremgarten und des urbanen Entwicklungsraums Mutschellen an Zürich». Dasselbe gilt für die FDP, die in der Vernehmlassung keinerlei Vorbehalte oder Bemerkungen anbringt und den Kredit genehmigen will.

SP fordert Geld aus Strassenkasse, Grüne wollen Bahnangebot ausbauen

Auch die SP und die Grünen sind für den Ausbau, sie stellen aber zusätzliche Forderungen. So schreiben die Sozialdemokraten, es brauche flankierende Massnahmen, damit möglichst viele Reisende auf den ÖV umsteigen. Die prekäre Situation auf der Strasse in Dietikon sei ein Mitauslöser des Projektes. Da der motorisierte Individualverkehr vom Doppelspurausbau der Bahn profitiere, müsste eine Mitfinanzierung des Aargauer Beitrages über die Strassenkasse erfolgen, fordert die SP.

Die Grünen legen Wert darauf, dass nur der öffentliche Verkehr ausgebaut wird und keine Kapazitätssteigerung für den Autoverkehr erfolgt. Auch sie finden, das Projekt müsste aus der Strassenkasse bezahlt werden. Weil die Gelder aus dem Topf für ÖV-Infrastruktur kommen, müsse das Bahnangebot ausgebaut werden, um die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs zu steigern. Die Grünen wollen eine Pförtneranlage, die verhindert, dass die Bahn in Zukunft im Stau stecken bleiben kann.

Eine ganz andere Position vertreten SVP und EDU. Die SVP hält in ihrer Stellungnahme fest: «Es darf nicht sein, dass mit dem Doppelspurausbau der motorisierte Individualverkehr ausgebremst wird und nur der öffentliche Verkehr und der Veloverkehr priorisiert werden. Und die EDU schreibt, Mittelperrons bei Haltestellen führten dazu, dass Fussgänger gezwungen seien, «die Querung beim Zebrastreifen zu benutzen und den motorisierten Individualverkehr zu stören».

Aktuelle Nachrichten