Persönlich
Testen, testen und nochmals testen – wie Erinnerungen wach werden

Was derzeit viele an das Coronavirus erinnert, lässt bei mir Erinnerungen an Bewerbungsprozesse wach werden.

Cynthia Mira
Cynthia Mira
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Tests schreiben in der Schule oder an der Uni und auch noch danach: Das kennt unsere Redaktorin nur zu gut. (Symbolbild)

Tests schreiben in der Schule oder an der Uni und auch noch danach: Das kennt unsere Redaktorin nur zu gut. (Symbolbild)

Keystone

Testen, testen, testen: Was derzeit viele an das Coronavirus erinnert, lässt bei mir Erinnerungen an Bewerbungsprozesse wach werden. Nach Hunderten Prüfungen in der Schulzeit und während Ausbildungen ging das Testen in der Berufswelt gleich weiter.

Das besuchte Gymnasium, ein universitärer Bachelor- und Masterabschluss hin oder her. Was es braucht, sind noch mehr Tests. Selbst für ein paar Wochen dauernde Praktika, die mit einem Lohn von 1000 Franken entschädigt werden, reichen Masterdiplom und Alter über 25 Jahre längst nicht mehr aus, um zu beweisen, dass man ein bisschen Hirn besitzt.

Einen Eignungstest gilt es auch dann noch auszufüllen, wenn man mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen kann. Es ist schliesslich besser, es doch noch einmal zu testen. Oftmals schon, bevor überhaupt eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erfolgt. Besonders absurd sind jene kognitiven Tests, die an Sudokus erinnern. Ich fand die vielen Mathematik-, Physik- und Statistikprüfungen in meinem Leben eigentlich anspruchsvoller.

Immerhin sind die Tests in beiden Fällen – ob für Corona oder bei den Bewerbungen – kostenlos. Meiner Meinung nach wären die Letzteren aber nicht ganz so wichtig wie die Schnelltests. Beiden gemeinsam ist, dass niemand Verantwortung für ein Desaster übernehmen will. Vielleicht sollte es deshalb Tests für Verantwortung geben.