Pandemie
Beginn 3. März: Die Testphase für Massentests an Aargauer Schulen läuft an

Wie angekündigt will der Kanton Aargau die Verbreitung des Coronavirus mit Massentests an Schulen und Heimen besser überwachen können. Nun startet das wöchentliche Testen an ausgewählten Standorten, um die Abläufe einzuüben.

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Massentests an Schulen und Pflegeheimen sollen zur Norm werden. Im Bild: Ein Kind wird auf das Coronavirus getestet, nachdem an der Schule in Mellingen mehrere Mutationsfälle entdeckt wurden.

Massentests an Schulen und Pflegeheimen sollen zur Norm werden. Im Bild: Ein Kind wird auf das Coronavirus getestet, nachdem an der Schule in Mellingen mehrere Mutationsfälle entdeckt wurden.

Britta Gut
(mma)

Das Pilotprojekt in vorläufig zwei Schulen, einem Pflegeheim und in einer Betreuungseinrichtung beginnt am 3. März. Während eines Monats würden hier «die Abläufe und Strukturen von regelmässigen Tests mit grossen Personengruppen getestet, bevor das definitive Setting zuhanden des Regelbetriebs verabschiedet wird.» So lässt der Kanton in einer Mitteilung am Freitagmittag verlauten.

«Wir wollen mehr Tests statt Quarantäne»

, stellt Kantonsärztin Dr. med. Yvonne Hummel das Ziel des Unterfangens klar.

Anlehnung an Bundesstrategie «Testen, Tracen, Isolation, Quarantäne»

Das Vorgehen des regelmässig wiederholten Testens soll es ermöglichen, auch asymptomatische Infizierte ausfindig zu machen, die das Virus andernfalls – ohne es zu merken – weitergeben würden. Mindestens 50 Prozent der infizierten Personen erlebe keine Symptome, informiert der Kanton weiter. Das Ziel sei, Infektionsketten zu unterbrechen. Die Strategie schliesse an die TTIQ-Strategie (Testen, Tracen, Isolation, Quarantäne) des Bundes an.

Rund 3'000 bis 4'000 Personen wöchentlich sollen im März zunächst an der Kantonsschule Zofingen und der Kreisschule Aargau Süd (Oberstufe) getestet werden. Dann folge das Regionale Pflegezentrum in Baden und anschliessend die Betreuungsinstitution zeka in Baden-Dättwil. Das Testen sei freiwillig und es bedarf einer unterschriebenen Einwilligungserklärung, um teilzunehmen. Kantonsärztin Hummel:

«Je niederschwelliger und zugänglicher die Tests für die Bevölkerung, je mehr Personen jeden Alters sich heute und in Zukunft testen lassen, desto weniger Quarantänemassnahmen kommen auf uns alle zu.»

So sieht das Vorgehen konkret aus

Das Konzept erklärt der Kanton folgendermassen: Jede Testperson soll eigenständig eine Speichelprobe bei sich selbst entnehmen und anschliessend abgeben. Die eingereichten Proben werden zu einem «Pool» zusammengeführt und anschliessend im Labor untersucht. Ist diese Probe negativ, geht man davon aus, dass die entsprechende Gruppe nicht ansteckend sein sollte. Ist sie positiv, werden die Personen der spezifischen Gruppe nochmals getestet und die Virusträgerinnen und -träger isoliert.

In Zug sind die Massentests bereits Realität: Eine Schülerin gibt eine Speichelprobe ab. (Archivbild)

In Zug sind die Massentests bereits Realität: Eine Schülerin gibt eine Speichelprobe ab. (Archivbild)

Stefan Kaiser

Mithilfe des Testlaufs an den genannten Institutionen wolle man «die optimale Organisation und die besten Prozesse eruieren, um solche regelmässigen Tests für Personen ohne Symptome später auch in anderen Schulen, Betreuungsinstitutionen und Pflegeheimen durchzuführen», heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem habe man genau diese Institutionen ausgewählt, um «in diesem Setting sowohl Kinder, junge Erwachsene und Erwachsene in verschiedenen Lebenslagen» testen zu können, sagt Kantonsärztin Yvonne Hummel.

Für Personen, die sich im Rahmen des Pilotprojekts testen lassen wollen und für die beteiligten Institutionen hat der Kanton eine besondere Hotline eingerichtet: 062 835 55 22.