Offene Terrassen
Gastro Aargau hätte lieber komplett geöffnet – immerhin: Den Wirten gehe es im Vergleich zu anderen Kantonen gut

Eigentlich bringe es kaum einem Aargauer Restaurant etwas, die Terrassen zu öffnen, sagt Bruno Lustenberger von Gastro Aargau. Die Kosten dafür seien zu hoch. Aber immerhin: Die Wirte werden weiterhin finanziell unterstützt, freut er sich.

Raphael Karpf
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Hier darf bald wieder gegessen werden: Terrasse des Restaurants Bijou in Bremgarten.

Hier darf bald wieder gegessen werden: Terrasse des Restaurants Bijou in Bremgarten.

zvg

Immerhin, den Aargauer Wirten gehe es vergleichsweise gut, sagt Bruno Lustenberger, Präsident vom Branchenverband Gatro Aargau. Verglichen mit den Wirten anderer Kantone wurden sie bisher geradezu grosszügig unterstützt. Und das werden sie auch weiterhin, auch wenn sie ihre Terrassen öffnen werden.

Bruno Lustenberger.

Bruno Lustenberger.

Sandra Ardizzone

Denn Anspruch auf finanzielle Hilfe haben alle Betriebe, denen «wesentliche» Teile geschlossen wurden. Wesentlich bedeutet: Wenn mit dem geschlossenen Betriebsteil mindestens 25 Prozent des Umsatzes generiert wird. Und weil die allermeisten Aargauer Restaurants mit dem Innenbereich weit mehr als 25 Prozent ihres Umsatzes machen, werden die meisten auch weiterhin unterstützt werden. Das bestätigt der Kanton auf Anfrage.

Die Unterstützung gibt es in Form von Fixkostenbeiträgen: Der Kanton erstattet den Betrieben diejenigen Kosten, die nicht eingespart werden können, auch wenn sie zu einem grossen Teil geschlossen sind. Zum Beispiel Miete, Strom und Versicherungen sind damit gemeint.

Anders ist die Situation in denjenigen Betrieben, die nur mit den Terrassen über 75 Prozent des Gesamtumsatzes machen. Diese sollen sich nun melden, schreibt Samuel Helbling, Sprecher vom Departement für Volkswirtschaft und Inneres. Ihre Situation soll dann überprüft werden. Der Kanton rechnet aber nicht damit, dass davon allzu viele Betriebe betroffen sein werden.

Der Tele M1-«Aktuell»-Beitrag zum Thema.

Tele M1

Terrassen machen nur 20 Prozent des Umsatzes aus

Trotz der fortlaufenden Hilfszahlungen: Zufrieden mit dem Bundesrat ist Lustenberger nicht.

«Was der Bundesrat entschieden hat, ist nicht zielführend. Er hätte alles öffnen müssen.»

Es gebe keinen Grund, dass das nicht getan wurde. Lustenberger versteht nicht, wieso Fitnesscenter und Kinos wieder geöffnet werden, Restaurants aber nicht.

Ausserdem: Die Terrassen zu öffnen, würde nur den wenigsten Aargauer Wirten etwas bringen. 15 bis 20 Prozent des Umsatzes würde ein durchschnittliches Aargauer Restaurant etwa auf den Terrassen generieren, schätzt Lustenberger. «In anderen Kantonen funktioniert das vielleicht. Aber hier bei uns bringt es den wenigsten etwas, die Terrassen zu öffnen.» Die Kosten dafür seien verhältnismässig viel zu hoch.