Nagra-Entscheid

Nördlich Lägern: «Wenn anderswo was schief läuft, sind wir wieder betroffen»

Ziel erreicht: Plakat des Vereins «Nördlich Lägern ohne Tiefenlager» (LoTi) am Dorfeingang von Lengnau. (Archiv)

Ziel erreicht: Plakat des Vereins «Nördlich Lägern ohne Tiefenlager» (LoTi) am Dorfeingang von Lengnau. (Archiv)

Das Gebiet Nördlich Lägern war der Nagra als geeigneten Standort zur Atommüllagerung identifiziert worden. Im neusten Entscheid ist Nördlich Lägern aber nicht mehr dabei, Vertreter der Regionalkonferenz sind erleichtert.

«Wir sind erleichtert über den Vorschlag der Nagra, die Region Nördlich Lägern zurückzustellen», erklärt Hanspeter Lienhart, Präsident der Regionalkonferenz. Lienhart betont: «Unsere Region trägt mit dem Kiesabbau und dem ständig zunehmenden Fluglärm bereits jetzt grosse Lasten für die Schweiz.»

Astrid Andermatt: «Dass die Nagra den Standort Nördlich Lägern ausgeschieden hat, ist für die Region natürlich positiv.»

Astrid Andermatt: «Dass die Nagra den Standort Nördlich Lägern ausgeschieden hat, ist für die Region natürlich positiv.»

Die Mitglieder der Regionalkonferenz Nördlich Lägern hätten sich aber immer konstruktiv am Verfahren beteiligt, «da ja die höchstmögliche Sicherheit im Vordergrund stehen muss». Lienhart führt aus, dass er den bisherigen Prozess zur Standortsuche und die Zusammenarbeit mit den anderen Regionen als fair erlebt habe. Er ist sich bewusst, dass mit dem Vorschlag der Nagra noch kein definitiver Standortentscheid gefallen ist. 

«Sollten sich die vorgeschlagenen Regionen dereinst als nicht geeignet erweisen, könnte Nördlich Lägern zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Betracht gezogen werden.» Astrid Andermatt, Co-Präsidentin des Vereins Loti, der sich gegen das Endlager wehrt, hält fest: «Dass die Nagra den Standort Nördlich Lägern ausgeschieden hat, ist für die Region natürlich positiv.» Dieser sei aus Sicht des Vereins geologisch ohnehin ungeeignet, zudem hätten die Standorte der beiden Oberflächenanlagen in Weiach und Stadel die Vorgaben des Grundwasserschutzes nicht erfüllt. Für die ehemalige SPGrossrätin besteht aber kein Anlass zum Jubeln.

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«Nur weil das Problem nicht mehr vor der Haustür liegt, ist es noch lange nicht gelöst», hält sie fest. Und weiter: «Wenn an einem anderen Standort etwas schiefläuft, werden wir weiter betroffen sein.» Zudem habe die Nagra ihre Hausaufgaben nicht gemacht, kritisiert Andermatt. «Die Einengung auf zwei Standorte erfolgte ohne den für einen solchen Entscheid erforderlichen Kenntnisstand aus Bohrungen und weiteren Erkundungen. Das ist wissenschaftlich nicht seriös und hat einen Hauch von Willkür.» 

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