Sein Referat am KMU Swiss Forum in Baden begann Nils Planzer mit einer Jobempfehlung an die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer: «Werden Sie Lastwagenfahrer.» Er habe bis zu 30 Kundenkontakte täglich, Bewegung beim Ein- und Ausladen, um 18  Uhr Feierabend – kurz: «den schönsten Beruf der Welt». So habe ihm dies ein Mitarbeiter geschildert, erzählte Nils Planzer. In dritter Generation führt er die Planzer Transport AG mit über 5000 Mitarbeitern und Standorten unter anderem in Kaiseraugst, Kölliken und Villmergen. Wenn es nach ihrem Chef geht, müssen sie sich trotz selbstfahrenden Fahrzeugen und Plänen für unterirdische Transportnetze keine Sorge um ihren Job machen. Planzer: «Fahrer werden auch in Zukunft gebraucht.» Die Technologie könne insbesondere in Städten, beim Ein- und Ausladen der Ware sowie im Kontakt mit Kunden den Menschen nicht ersetzen.

Velos für die letzten Kilometer

Seit über 80 Jahren ist die Familie Planzer im Transportwesen tätig. Die Branche hat sich über all die Jahre stark verändert – und tut dies heute noch. «Die Mobilität ist extrem im Wandel», sagte Nils Planzer. Eines der prominentesten Beispiele dafür: «Cargo Sous Terrain», eine unterirdische Güterbahn quer durch das Mittelland. Doch Planzer warnte vor zu hohen Erwartungen. «Das Projekt lässt sich nicht heute oder morgen realisieren.» Für ihn heisst dies: «Es ist noch verfrüht, um zu investieren.»

Das unterirdische Transportnetz soll dabei helfen, die Zahl der Lastwagen auf den Strassen zu reduzieren. Doch Planzer sieht zu diesem Zweck bei den Personenwagen ein deutlich grösseres Potenzial. Er erinnerte daran, dass den 40'000 bis 50'000 Lastwagen hierzulande mehr als vier Millionen Autos gegenüberstünden. Sein Unternehmen setzt auf die Schiene: Jede Nacht fahren in Planzers Auftrag rund 350 Zugwaggons durch die Schweiz. Im Firmenvideo, das der Transportunternehmer den Forumsbesuchern vorführte, ist die Rede von über 36'000 Lastwagenfahrten, die sich dadurch pro Jahr einsparen liessen.

Auch ein zweites Problem, für das «Cargo Sous Terrain» noch keine Lösung biete, nannte Nils Planzer: die Logistik in den Städten. Die letzte Meile sei aus Transportsicht die schwierigste. Planzer setzt in diesem Bereich seit einiger Zeit auf Cargo-Bikes, mit denen die Pakete zu den Kunden gebracht werden. Ein Angebot, das allerdings noch nicht rentiere, wie der CEO einräumte.

Die Lieferungen werden kleiner

Tag für Tag transportiert das Unternehmen rund 23'000 Sendungen. Eine der Herausforderungen, mit denen die Branche zu kämpfen hat, das durchschnittliche Gewicht der Lieferungen sinkt. «Jedes Jahr um rund 50 Kilogramm», rechnete Planzer vor. Unterwegs sind deshalb immer mehr auch kleinere Fahrzeuge, die unter anderem Pakete des Onlinehändlers Zalando ausliefern. Ein wachsender Markt, an dem auch Planzer teilhaben will – mit einem eigenen Paketservice, der seit Anfang Jahr Lieferungen bis 30 Kilogramm zu Privat- und Geschäftskunden bringt. Ohne allerdings die Post konkurrenzieren zu wollen, wie Nils Planzer sogleich nachschob.

Trotz allen Neuerungen machte er aber auch deutlich, dass er auch weiterhin an das traditionelle Geschäft glaubt. Planzers Fazit: «Der Lastwagen wird uns noch lange erhalten bleiben.»