Stefan und Christine Moll aus Baden leeren ihren Kühlschrank: Ketchup, Senf und Soja-Sauce kommen raus. Dann beginnt ihr Projekt: Haushalten mit neun Franken pro Tag. Mit genau dem Betrag, den Asylsuchende im Aargau pro Tag erhalten. Die Regierung hat die finanzielle Unterstützung für Flüchtlinge auf Anfang Jahr gekürzt.

Molls wollen während der ganzen Fastenzeit nicht mehr als neun Franken pro Tag für Essen und Hygieneartikel ausgeben. Einerseits wollen sie wissen, wie sich die Situation des ständig knappen Geldes anfühlt. Andererseits sind sie mit dem Vorgehen des Kantons überhaupt nicht einverstanden: "Wir sind echt sauer, dass der Kanton von diesem wenigen Geld noch einen Franken weggespart hat", erklärt Moll, Pfarrer der evangelisch-methodistischen Kirche Baden, zu Tele M1. Er fügt an: "Wir schämen uns richtig."

Zu zweit verfügen sie nun über ein Wochenbudget von 126 Franken. Flüchtlinge müssen damit nebst Essen und Hygieneartikeln auch Handy- und Verkehrskosten berappen.

Um über die Runden zu kommen, stellt sich das Ehepaar einen Menuplan zusammen. Christine Moll ist sich sicher: "Die Vielfalt wird abnehmen, weil es sonst einfach zu teuer würde."

Molls Fazit nach dem ersten Einkauf ist ernüchternd: Mit neun Franken pro Tag müsse man nicht verhungern. Human sei es aber nicht, weil man mit dem Restgeld kaum am sozialen Leben teilnehmen könne. (mwa)

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