Nachgefragt
Gewerbeverbands-Präsident freut sich über Finanzhilfen: «Der Hilferuf der Zulieferer wurde erhöht»

Der Aargau hat die Finanzhilfen für Unternehmen, die unter der Pandemie leiden, aufgestockt. Sehr zur Freude des Gewerbeverbands-Präsidenten. Trotzdem: Ganz zufrieden ist er noch nicht.

Raphael Karpf
Merken
Drucken
Teilen
Benjamin Giezendanner, Aargauer Gewerbeverbands-Präsident.

Benjamin Giezendanner, Aargauer Gewerbeverbands-Präsident.

Fabio Baranzini

Der Kanton Aargau möchte die Finanzhilfe für Unternehmen, die unter der Corona-Pandemie leiden, massiv erhöhen. Insbesondere Zulieferer von geschlossenen Betrieben und Unternehmen mit massiven Umsatzeinbussen sollen zusätzlich unterstützt werden. Den Aargauer Gewerbeverbands-Präsident Benjamin Giezendanner freuts.

Ihre erste Reaktion auf die Massnahmen der Aargauer Regierung?

Sehr erfreulich. Was ich besonders positiv finde: Die Aargauer Regierung ist schnell. Sie hat die Diskussionen, die aktuell in Bundesbern geschehen, antizipiert und keine Zeit verloren. Dadurch können bereits Ende März erste Gesuche beurteilt werden.

Zulieferer und Unternehmen mit massiven Einbussen werden unterstützt. Richtig so?

Der Hilferuf der Zulieferer wurde erhöht. Der Regierung sah, dass bei vielen Betrieben Substanz unverschuldet verloren ging. Dort bringen die Massnahmen sicher massiv Linderung. Und auch, dass Unternehmen mit mehr als 40 Prozent Umsatzrückgang unterstützt werden, ist gewaltig. Wir sind im Aargau jetzt an einem Punkt angelangt, wo sehr viele Branchen abgedeckt sind. Dafür haben wir auch gekämpft. Leider können wir nicht alle Unternehmen retten. Aber viele, die in Not geraten sind, bekommen Linderung.

Dann ist alles gut?

Die Programme sind das eine. Die können noch so schön sein, man muss sie auch abwickeln können. Aktuell sind viele Gesuche hängig. Und ich habe schon mehrere Hilferufe gehört von Unternehmen, bei denen es in der Beurteilung der Gesuche nicht vorwärts geht. Ausserdem: Alles, was jetzt getan wird, lindert den Schmerz. Aber er ist immer noch da. Am Ende des Tages gibt es nur eine Lösung: Öffnen. Wir müssen wieder arbeiten können, dann verlieren wir auch kein Geld.