Leserwandern

Mit dem Schweizerkreuz auf stolzer Brust im Nachhilfeunterricht

Wie kann es anders sein: Die 19. Etappe von Hottwil nach Klingnau stand ganz im Zeichen des Nationalfeiertages. Dabei erhielten die Leserinnen und Leser eine Nachhilfelektion im Schweizer Dialekt.

«Freude herrschte heute Morgen, als ich für die AZ-Wanderung das T-Shirt mit dem Schweizer Kreuz anzog», sagt Ruth Bischoff aus Schinznach-Dorf.

Für sie ist es wichtig, den Geburtstag der Heimat gebührend zu feiern - nicht nur am Abend, sondern auch während der Wanderung von Hottwil dem Flösserweg entlang nach Mandach und danach der Aare entlang zum Ziel in Döttingen.

Während Andrea Lehner von Aargau Tourismus für sich in Anspruch nehmen kann, rotweiss gekleidet zu sein, sucht Staatsschreiber Peter Grünenfelder verzweifelt nach einer Erklärung, weshalb er ein blaues T-Shirt und eine beigeweisse Hose trägt.

Schliesslich findet er, wonach er gesucht hat: «Heute habe ich mich für die Aargauer Farben entschieden.» Dieser in letzter Sekunde gefundene Ausweg wird von den rund 100 Wanderern widerspruchslos akzeptiert.

Einige tragen eine Mütze mit dem Schweizer Kreuz und zeigen so ihre Verbundenheit mit der Heimat. Ivo Bugmann aus Döttingen gibt sich gerne als Schweizer zu erkennen: «Die rote Mütze mit dem weissen Kreuz trage ich nur einmal im Jahr: Am 1. August.

Danach wandert sie wieder in den Kasten. An der Schweissmenge, die der Aufstieg hinauf zum Rastplatz «Eichhölzli» kostet, ändert Ivos Patriotismus allerdings nichts. Oben angekommen, ist er so genauso klatschnass wie alle anderen.

Wer viel schwitzt, muss viel trinken. Deshalb kommt der Zwischenhalt beim Mandacher Hirschen gerade richtig. Wanderleiterin Silvia Hochstrasser aus Baden packt die günstige Gelegenheit und überraschte ihren Mann Kurt, der am 1. August Geburtstag feiert, mit einem Apéro, musikalisch untermalt vom Trompetenspieler Fritz Märki.

Auch sonst ist die 19. Etappe der AZ-Wanderung von Hottwil nach Döttingen mit diversen Überraschungen gespickt.

Silvia Hochstrasse sorgt für allgemeine Heiterkeit, indem sie nicht nur die geografischen Besonderheiten erwähnt, sondern auch den Urprung heute noch gängiger Begriffe erläutert wie «Ich zeige Dir, wo der Bartli den Most holt» oder «mit ihm ist nicht gut Kirschen essen», «blos mer i d Schue» und «er häd Öl am Huet».

Kein «Öl am Hut» hatten die AZ-Wanderer nach dem abschliessenden Apéro in der Trotte der Döttinger Weinbaugenossenschaft. Nicht, weil zu wenig Rebensaft ausgeschenkt worden wäre, sondern, weil Wanderer vernünftige Menschen sind: Auch nach einer anstrengenden Wanderung am Nationalfeiertag.

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