AZ-Spendenaktion

Margrit Fuchs: So kam es zur Geburtsstunde ihres Hilfswerks in Ruanda

Margrit Fuchs zeigte sich begeistert von der AZ-Idee der Viehverteilungen. Hier begutachtet sie eintreffende Milchgeissen.

Margrit Fuchs zeigte sich begeistert von der AZ-Idee der Viehverteilungen. Hier begutachtet sie eintreffende Milchgeissen.

Vor 26 Jahren wurde zum ersten Mal die Weihnachts-Sammelaktion der AZ Medien durchgeführt. Auch dieses Jahr können Sie wieder spenden.

Ab 1970 war die Windischerin Margrit Fuchs in verschiedenen Funktionen in Ruanda tätig, wobei sie stets auch bemüht war, Bedürftige zu unterstützen. Um Hilfeleistungen zu institutionalisieren und zu fördern, gründete sie 1988/89 zusammen mit dem Priester Josaphat das «Bureau Social» von Gitarama. Dies war die Geburtsstunde des Hilfswerks von Margrit Fuchs.

Allerdings wollte sie 1992, mit 75 Jahren, nach Windisch zurückkehren. Doch Josaphat brachte ihr vor ihrer Abreise eine Schar ausgehungerter Waisenkinder mit der Bitte, sie zu betreuen und ihnen das Leben auf der Strasse zu ersparen. Margrit brachte es nicht über sich, sie im Stich zu lassen – und blieb.

Ruanda: Wahrhaftige Freudentänze

Ruanda: Wahrhaftige Freudentänze

In der ersten Szene: Empfang von tanzenden Müttern beim Besuch der Kantine in Kumukenke, wo die bedürftigsten Kinder nicht nur dreimal pro Woche eine warme Mahlzeit erhalten, sondern auch ihre Mütter angewiesen werden, wie sie etwa Gemüse und Früchte anpflanzen und so für eine bessere Ernährung ihrer Kinder sorgen können. Das zweite Video zeigt die Einweihung der neuen Schule in Kabuga im Bezirk Kamonyi. Über 500 begeisterte Schüler und Schülerinnen tanzen und singen zusammen mit ihren Lehrern zur Begrüssung der Besucher aus der Schweiz.

Sie brachte die Kinder in alten Hütten unter, doch immer mehr Waisen- und Strassenkinder wurden ihr zugeführt, viele mit vor Hunger aufgeblähten Bäuchen. Nach anderthalb Jahren betreute sie 220 Kinder!

Akute Raumnot

Die Unterbringung wurde zu einem grossen Problem. Im Dezember 1993 schrieb sie Bekannten, sie müsse dringend einen Heim-Neubau erstellen, welcher 30'000 Franken koste, doch fehle ihr das Geld. Die Redaktion des «Badener Tagblatt» erhielt von einem Briefempfänger das Schreiben zugeschickt und beschloss, spontan und ohne Wissen der Frau am 21. Dezember 1993 in der Zeitung eine Sammelaktion für dieses Projekt zu starten.

Die Leserschaft war tief beeindruckt vom Wirken der 76jährigen Frau und meldete bis zum 24. Dezember Spendenzusagen  von 180'000 Franken; bis Ende Januar stieg der Betrag auf 320'000 Franken an. Für die Empfängerin war dies, wie sie der Zeitung schrieb, «das grösste Geschenk meines Lebens».

«Helfen dürfen macht glücklich»: Dieses Fazit zog Margrit Fuchs immer wieder bei ihrem Engagement in Ruanda.

«Helfen dürfen macht glücklich»: Dieses Fazit zog Margrit Fuchs immer wieder bei ihrem Engagement in Ruanda.

Damit war der Grundstein gelegt für den Aufbau des Hilfswerkes. Die Redaktion dachte zunächst nicht an eine Fortsetzung der Sammelaktionen. Doch dann begann in Ruanda ein furchtbarer Völkermord, der gegen eine Million Tote forderte, aber auch einen enormen Anstieg der Zahl der Waisen- und Strassenkinder bewirkte. Margrit Fuchs war stärker gefordert denn je.

In Absprache mit ihr wurden die Sammelaktionen ab 1994 fortgesetzt, wobei immer mehr Aktivitäten zugunsten der ärmsten Familien und der Kinder entwickelt werden konnten. Die Hilfswerk-Leiterin blieb bis zu ihrem 90. Altersjahr mit enormem Engagement tätig. 2007 starb sie bei einem Verkehrsunfall in Ruanda.

Seither setzt eine Stiftung, angeführt von einem ehrenamtlich tätigen Stiftungsrat, die Aktivitäten fort und weitet sie zudem aus. Nun also beginnt die 25. Sammelaktion. Die Zahl der beteiligten Zeitungen innerhalb der AZ-Medien ist inzwischen angewachsen.

Leserschaft trägt das Hilfswerk

Dass die Leserinnen und Leser mit ihren bei den Weihnachtsaktionen überwiesenen Spenden die Hauptträger des Hilfswerkes sind – damit werden rund 90 Prozent der Ausgaben für das Engagement zugunsten der Bedürftigen bezahlt -, ist wohl einzigartig und grossartig. Das Geld kommt ohne Spesenabzüge oder Administrationskosten den Bedürftigen zugute.

Zu einem «Markenzeichen» der traditionellen Weihnachtssammlung ist das Konzept geworden, wonach die Spendenden selber wählen können, wofür ihr Geld verwendet werden soll: für Schulgelder an momentan 1500 Kinder aus armen Familien, für die Betreuung von Waisen und vernachlässigten Kindern – derzeit sind es 460, Tendenz stark steigend -, für Viehabgaben an mittellose Familien, Berufsausbildung und anderes mehr.

Tausende von Menschen in Not erhalten dank den Spenden aus der Sammelaktion Unterstützung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe. Der Stiftungsrat möchte den Spendern denn auch von ganzem Herzen danken. Auch den beteiligten Zeitungen spricht er für die grosse publizistische Unterstützung ein herzliches Dankschön aus.

Stand: 06.12.2019

456'365 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
Die traditionelle Weihnachts-Sammelaktion der CH Media für das Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda beginnt heute Mittwoch, 27. November, und dauert bis Mittwoch, 11. Dezember.

Ihre Spende können Sie folgenden Zwecken widmen:

  • Kinderhilfe: Betreuung eines Waisenkindes oder Kindes aus ärmsten Familien 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 200 Franken für ein Jahr, 100 Franken für ein halbes Jahr (gegenüber den Vorjahren musste der Betrag etwas erhöht werden).
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Weitere Zweckbestimungen: Beliebiger Betrag für vielseite Nothilfe, Kinderheim, berufliche Ausbildung Jugendlicher, Mütterstation, mittellose Spitalpatienten, Kleinkredite, Solarpanels, Krankenkassen-Beiträge für mittellose Familien u.a.m.

Spendemeldungen bitte an:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@chmedia.ch
  • Spendemeldungen bitte an:Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein mit in Ruanda gefertigten Weihnachtskärtchen zu.
  • Die Spenden sind in allen Kantonen bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda, 5210 Windisch
  • Bankverbindung Konto/IBAN:
  • CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Bankenclearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Auch bei Direktüberweisung bitte die Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Jede Spende fliesst ungeschmälert nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen und der Stiftungsrat sowie das Helferteam ehrenamtlich arbeiten, kommt jeder Franken vollumfänglich den Notleidenden in den Distrikten Muhanga/Gitarama, Kamonyi und Nyamagabe zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch

Die Mitglieder des Stiftungsrates


Dr. Regula Gloor, Hettiswil BE, Präsidentin; Edgar Zimmermann, Windisch, Vizepräsident; Peter Vismara, Windisch, Kassier; Katia Röthlin, Dättwil, Barbara Willi, Burgdorf, Caroline Wanner, Würenlos. Controller: Markus Stoffel, Dällikon.
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

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