Stapferhaus

Lenzburger «Haus der Gegenwart» erhält 14 Millionen vom Kanton

Das Projekt für das in Lenzburg geplante "Haus der Gegenwart" der Stiftung Stapferhaus.

Das Projekt für das in Lenzburg geplante "Haus der Gegenwart" der Stiftung Stapferhaus.

Das geplante „Haus der Gegenwart“ in Lenzburg ist der Realisierung einen weiteren grossen Schritt näher gekommen. Der Regierungsrat hat die im Jahr 2014 in Aussicht gestellten 10 Millionen Franken für den Bau freigegeben.

Zusammen mit den bereits gesprochenen Mitteln für den Landkauf werden vom Kanton ins gesamt 14 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds für das Vorhaben bereitgestellt.

„Hausaufgaben“ gelöst

Die Gesamtkosten für das „Haus der Gegenwart“ belaufen sich auf 24,4 Millionen Franken. Neben dem Swisslos-Fonds sind die Stadt Lenzburg mit zwei Millionen Franken, die Avina-Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung und die Paul Schiller Stiftung und die Hans und Lina Blattner-Stiftung mit insgesamt 1,3 Millionen Franken die grössten Geldgeber. Dazu kommen 5,8 Millionen Franken von der CoOpera Sammelstiftung, welche durch den Verkauf des gesamten Areals gelöst werden können.

Für die Restfinanzierung von 1,5 Millionen Franken ist das Stapferhaus noch auf das Engagement von weiteren Stiftungen sowie auf die finanziellen Beiträge durch Privatpersonen und Firmen angewiesen.

Der Kanton hatte der Stiftung Stapferhaus die Beiträge unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die ursprüngliche Finanzierungslücke von 7,7 Millionen Franken aus eigener Kraft geschlossen werden müsse. Zudem verlangte der Kanton, dass der spätere Betrieb finanziell sichergestellt werden kann. Das Stapferhaus hat nach einer intensiven Fundraisingphase nun den Nachweis erbracht.

Stiftungsratspräsidentin Corina Eichenberger zeigte sich erfreut und betonte die Bedeutung dieser Förderung durch den Kanton: „Ein solches Projekt braucht nebst starken Partnerschaften auch die Unterstützung durch die öffentliche Hand. Wir verstehen das in uns gesetzte Vertrauen als herausfordernden Auftrag, etwas Einmaliges zu schaffen, das die Werte und den Stiftungszweck für eine breite Bevölkerungsschicht in die Zukunft trägt.“

„Leuchtturm in der Schweizer Museumsszene“

Das Stapferhaus wird auf seinem Weg zum „Haus der Gegenwart“ zudem von einem Patronatskomitee begleitet, das sich aus einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Bildung, Kultur und Wirtschaft zusammensetzt. Sie repräsentieren die thematische und gesellschaftliche Breite des künftigen „Haus der Gegenwart“ und die nationale Bedeutung des Projektes. Thomas D. Meier, Rektor der Zürcher Hochschule der Künste und Mitglied des Patronatskomitees, beschreibt diese Bedeutung so: „Das Stapferhaus steht bereits jetzt wie ein Leuchtturm in der Schweizer Museumsszene. Und wer in dieser Szene tätig ist, kommt gar nicht um ihn herum. Mit einem eigenen Haus wird der Leuchtturm noch an Strahlkraft zulegen.“

Eröffnung in zwei Jahren

Der Neubau beim Bahnhof Lenzburg wird von pool Architekten Zürich realisiert, deren Projekt aus dem Architekturwettbewerb als Sieger hervorging. Er soll langfristig das Zeughaus Lenzburg ersetzen, das dem Stapferhaus nur temporär zur Verfügung steht und als Ausstellungsort diente. Zugleich werden im „Haus der Gegenwart“ die Büros aller Mitarbeitenden integriert, die sich zurzeit auf Schloss Lenzburg befinden.  Das Haus der Gegenwart soll 2018 eröffnet werden.

Als eine Art Labor für Lebenskunst macht das Stapferhaus mit seinen Ausstellungen das Schwierige zugänglich und schafft einen Raum zur Auseinandersetzung mit Gegenwartsfragen. Die aktuelle Ausstellung „Geld. Jenseits von Gut und Böse“ zählt bereits über 55‘000 Besucherinnen und Besucher und wurde kürzlich aufgrund des grossen Erfolges bis zum 25. Juni 2016 verlängert.

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