Aargauer Lehrerverband

Lehrer-Präsidentin Elisabeth Abbassi geht in Pension – «Ich habe gestaunt, was plötzlich möglich war»

Elisabeth Abbassi über ihre Zeit als höchste Aargauer Lehrerin

Elisabeth Abbassi über ihre Zeit als höchste Aargauer Lehrerin

Die Präsidentin des Aargauer Lehrerverbandes Elisabeth Abbassi geht in Pension. Am letzten Arbeitstag ist sie zu Gast im Tagesgespräch und erzählt, wie sie die Coronazeit erlebt hat und weshalb Sie mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler noch ein Traktorenrennen offen hat.

Die Präsidentin des Aargauer Lehrerverbandes geht in Pension. Am letzten Arbeitstag ist Elisabeth Abbassi zu Gast im Tagesgespräch und erzählt, wie sie die Coronazeit erlebt hat und weshalb Sie mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler noch ein Traktorenrennen offen hat.

Seit 2014 fungierte sie als höchste Lehrerin des Kantons – nun geht Elisabeth Abbassi in Pension. Das letzte Halbjahr, das überall ganz im Zeichen von Corona stand, war für sie ein spezielles. Seit März stand sie immer wieder vor neuen Herausforderungen, kaum einer konnte die damalige Lage realistisch einschätzen.

«Wir mussten zum Teil sehr schnell reagieren und wieder ganz neue Konzepte entwickeln. Es war eine grosse Verunsicherung bei den Lehrerinnen und Lehrern da», sagt sie. Weil viele Lehrpersonen der Risikogruppe angehören, war damals unklar, ob die erneute Öffnung der Schulen problemlos über die Bühne gehen wird. Sie sei daher froh, dass alle die Zeit bis zu den Sommerferien gut überstanden haben.

Die Sorgen und Ängste der Lehrpersonen nahm sie stets ernst

Überrascht hat sie vor allem die Rolle der Digitalisierung während der Krise. «Die Digitalisierung ist schon lange ein Thema in den Schulen. Bei vielen Lehrpersonen stand sie aber nicht zuoberst auf der Liste», so Abbassi. Das Coronavirus habe nun alle dazu gezwungen, umzudenken. Videokonferenzen und digitale Mittel kamen auf einmal überall zum Einsatz. «Das hat den Schulen eine unglaubliche Kraft verliehen. Ich habe gestaunt, was plötzlich möglich war.» Sie hofft, dass ein grosser Teil der Erkenntisse nun weitergenommen wird. Dann käme es gut mit der Digitalisierung.

Obwohl sie in all ihren Sätzen Optimus versprüht, wurde Abbassi auch immer wieder mit den Schattenseiten ihrer Rolle konfrontiert. Die Sorgen und Ängste der Lehrpersonen nahm sie stets ernst. «Wir sind eine Lehrergewerkschaft, es war meine Aufgabe, auf das Wohl der Lehrerinnen und Lehrer zu achten. Wenn es den Lehrpersonen gut geht, dann geht es automatisch auch den Schülern gut», sagt sie.  

Habe eine Lehrperson Probleme, so belaste dies den Unterricht. Auch Konflikte auf der Führungsebene würden laut Abbassi dem Schulklima schaden. Zu hören, dass es in manchen Schulen nicht gut läuft, habe sie immer wieder belastet. Nahe gingen ihr auch die Schicksale von Schülern, die bereits in jungen Jahren straffällig werden.

Die offene Rechnung mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler

Weil derzeit Sommerferien sind, hat sie noch kaum realisiert, dass ihr Arbeitsleben nun zu Ende ist. Überhaupt habe sie nie richtig Zeit gehabt, über ihre Pension nachzudenken. «Ich war so eingespannt, dass alles einfach immer weiterlief», so Abbassi. Klar war für sie aber immer, dass sie gleichzeitig als Lehrerin und ALV-Präsidentin aufhören wird: «Ob dies die richtige Entscheidung war, wird sich erst später zeigen.»

Nichtsdestotrotz freut sie sich über die nun frei gewordene Zeit, die sie in ihre Familie, Haus und Garten investieren will. In den letzten Jahren sei vieles liegengeblieben.

Eine Rechnung hat sie aber auch noch im Berufsleben offen: Das Traktorenduell mit dem Bildungsdirektor Alex Hürzeler, mit dem sie immer wieder Diskussionen zu führen hatte. Wie es dazu gekommen ist? «Wir stammen beide aus Bauernfamilien und sind daher mit Traktoren aufgewachsen. So kam irgendwann die Idee auf, bei Unstimmigkeiten ein Rennen durchzuführen», sagt Abbassi.

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