Legales Gras
Für Pilotversuch: Aargauer Cannabis ist mit Stacheldraht und Alarmanlage gesichert

In Basel kann Cannabis bald in Apotheken bezogen werden, es ist das schweizweit erste Pilotprojekt für legales Gras. Angepflanzt wird es im Kanton Aargau – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

Manuel Fasol, ArgoviaToday
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Bisher habe noch niemand einen Einbruch gewagt, sagt Lino Cereghetti von der Pure Holding AG, die das Gras für den Pilotversuch in Zeiningen anbaut. Das ist kaum überraschend, erinnern die Sicherheitsvorkehrungen doch eher an einen Hochsicherheitstrakt, als an ein landwirtschaftlich genutztes Feld:

«Die Cannabispflanzen, die auf einem Hof in Zeiningen angebaut werden, sind mit doppeltem Zaun, Stacheldraht, Kameras, Bewegungsmelder und Direktmelder an die Polizei gesichert.»

Die hohen Sicherheitsvorkehrungen sind so vom Bund vorgegeben und Bedingung für die Durchführung des Basler Pilotprojekts. Im Gegensatz zum CBD-Hanf, der seit einigen Jahren boomt und bereits vielerorts angebaut wird, hat das Gras für das Pilotprojekt in Basel einen höheren THC-Gehalt. Derjenige Wirkstoff also, der zu einer berauschenden Wirkung führt. Je höher der Anteil an THC, desto stärker der Rausch.

Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hatte schon einmal Kontakt mit der Droge Cannabis.
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In Basel-Stadt startet am 15. September ein Pilotversuch zur legalen Abgabe von Cannabis.
Angebaut wir das Cannabis unter strengen Sicherheitsmassnahmen in Zeiningen.
Rund 370 Probandinnen und Probanden können an der Studie teilnehmen.
Es gelten dieselben rechtlichen Rahmenbedingungen wie beim illegalen Konsum.
Das Cannabis kann zurückverfolgt werden.
Die Abgabe wird streng kontrolliert.

Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hatte schon einmal Kontakt mit der Droge Cannabis.

Keystone

Für das Pilotprojekt produziert Pure Holding Cannabis mit unterschiedlich hohem THC-Anteil, damit verschiedene Wirkungen und Vorlieben von Konsumenten untersucht werden können. Auf dem Schwarzmarkt hätte das Gras, das in Zeiningen wächst, also einen enormen Wert, weshalb es so gut gesichert werden muss.

Der Aargau eignet sich besonders für die Cannabisproduktion

Hohen Wert haben die Pflanzen aber auch wegen der guten Qualität. Dem Anbau ging eine langwierige Testphase voraus, denn zunächst musste die richtige Sorte gefunden werden, sagt Lino Cereghetti. Man habe tausende verschiedener Cannabissorten getestet und ausprobiert, bis schliesslich die passenden gefunden wurden. «Denn die Pflanzen müssen für Schweizer Umweltbedingungen und Bio-Landwirtschaft geeignet sein.»

Die einzelnen Pflanzen werden nun mittels Stecklingen gezogen, damit alle genetisch identisch sind. Erste Erfahrungen zeigen, dass ihre Cannabissorte sehr robust und widerstandsfähig ist, sagt Cereghetti: «Der Landwirt, mit dem wir anbauen, hat uns bestätigt, wie pflegeleicht unsere Pflanzen sind. Während die Kartoffeln stark unter der aktuellen Trockenheit leiden, hat das Cannabis kaum Mühe.» Insgesamt eigne sich das Mittelland und der Kanton Aargau enorm für den Hanf-Anbau, genauso gut wie für die restliche Gemüse-Landwirtschaft.