Coronavirus

«Langsam müssen wir lernen, damit zu leben»: Regierungssprecher Peter Buri über das Coronavirus

Peter Buri über seine Coronavirus-Erkrankung

Peter Buri über seine Coronavirus-Erkrankung

Der Regierungssprecher des Kantons Aargau war, wie drei Regierungsräte auch, Corona positiv und musste sogar ins Spital. Wie geht es ihm heute, was sagt er zum momentanen Verhalten der Menschen und wie sieht er die "Corona-Zukunft" des Kantons?

Der Regierungssprecher des Kantons Aargau war – wie drei Regierungsräte auch – vom Coronavirus infiziert worden und musste sogar ins Spital. Wie geht es ihm heute, was sagt er zum momentanen Verhalten der Menschen und wie sieht er die Corona-Zukunft des Kantons?

Auf dem Höhepunkt der ersten Welle war die Aargauer Kantonsregierung besonders gefordert. Die Mehrheit der Aargauer Kantonsregierung hatte sich mit Corona infiziert – zu den Erkrankten gehörten unter anderem der Polizei- und Justizdirektor Urs Hofmann (SP), Finanzdirektor Markus Dieth (CVP), Baudirektor Stephan Attiger (FDP) oder der Krisenstabchef Dieter Wicki. Auch Kantonspolizeikommandant Michael Leupold und der Regierungssprecher Peter Buri wurden nicht verschont.

Drei Monate nach seiner Erkrankung kann Buri im Tagesgespräch auf TeleM1 immerhin auf einen guten Verlauf der Erkrankung zurückblicken. «Ich gehöre glücklicherweise zu der Gruppe der geheilten Corona-Patienten, denen es gut geht», so Buri. Nach der Isolation und gewissen Nachwehen fühle er sich wieder so wie zuvor.

Nichtsdestotrotz war er gerade in dieser Zeit besonders gefordert. Trotz Erkrankung häufte sich die Arbeit, immer und immer wieder mussten Pressekonferenzen abgehalten werden. «Für meine Kollegen und mich war das eine grosse Herausforderung. Kurzfristig mussten wir tiefergehende Massnahmen kommunizieren, die eine einschneidende Wirkung auf das Alltagsleben der Aargauerinnen und Aargauer hatten», sagt er. Überhaupt habe man zu keiner Zeit mit einer Krise gerechnet, die derart lange anhält.

Der Balanceakt zwischen Panikmache und Ignoranz 

Gleichzeitig habe man sich seit Anfang Jahr weiterentwickelt und neue Erkenntnisse dazugewonnen. «Es liegt in der Natur der Sache, dass wir sehr viel gelernt haben. Man wusste zuvor nur wenig über die Krankheit», so Buri. Das habe dazu geführt, dass die erste Welle mit einer derart hohen Ansteckungsrate wüten konnte. Gerade das Contact-Tracing habe damals noch nicht professionell funktioniert. 

Dass die Kantone nun, nachdem die erste Welle bewältigt wurde, wieder vermehrt die Zügel in der Hand haben, begrüsst er. Es sei richtig und wichtig, dass man eine Mischform habe und individuell Massnahmen ergriffen werden können. «Wir haben das im Kanton so gelöst, dass das Gesundheitsdepartement zusammen mit der Kantonsärztin in der Verantwortung ist. Sie beschliessen derzeit, was in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt», sagt er. 

Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Balanceakt zwischen Panikmache und Ignoranz kein leichter ist. Es sei schwierig, die Lage richtig einzuschätzen. Dass immer mehr Menschen bereits wieder zum Normalzustand zurückgekehrt sind, beobachtet er deshalb mit gemischten Gefühlen.

«Ich glaube, dass wir weiter als im Februar sind. Langsam müssen wir aber lernen, damit zu leben», so Buri. Es gebe immer ein kalkuliertes Restrisiko. Trotzdem mahnt er die Bevölkerung: «Die Massnahmen sind vielleicht nicht immer sofort logisch und verständlich, sie sind aber wichtig für das Gesamtsystem, und um die Ausbreitung einzudämmen.»

Regierungsrat Urs Hofmann sprach Ende April 2020 im TalkTäglich über seine Corona-Erkrankung:

Urs Hofmann: «Corona ist eine perfide Krankheit – es ging mir im Leben noch nie so schlecht»

 

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1