Das Innere der Neuen Aargauer Bank am Badener Bahnhofplatz wird bis zum Juni für gut 5 Millionen Franken erneuert. Dem Umbau fällt ein Kunstwerk im Erdgeschoss der Bank zum Opfer, an dem viele Passantinnen und Passanten achtlos vorbeigingen: Das Werk mit dem klingenden Namen «Jeannette, Mirjam, Tim, Alfonso, Zoë, Cat Tuong, Isabelle, Oliver» des Zürcher Künstlers Christian Vetter. Die leuchtende Glaswand mit acht hinterlegten, einst farbenfrohen Porträts hat nach 16 Jahren ihr Lebensende erreicht.

Die acht Porträts sind zuletzt so stark verblichen, dass sie kaum mehr wahrgenommen wurden. Installiert wurde das Werk nach dem Umbau des Metroshops im Mai 2003. Angeregt wurde es von den Badener Architekten Eppler Maraini Schoop, die den Umbau des Metroshops geplant hatten. Auftraggeberin und Besitzerin des Werks war die Stadt.

Vetter hinterliess in Baden bald weitere Spuren: Das Museum Langmatt zeigte im Sommer 2007 eine Einzelausstellung, 2010 war er im Trudelhaus zu Gast. Das Werk im Metroshop wird in Absprache mit Christian Vetter nun für immer verschwinden. Der Künstler war angefragt worden, ein neues Werk zu konzipieren, er hat aber darauf verzichtet.

Und doch gibt es einen Ersatz: Die Stadt Baden hat zusammen mit der NAB einen Wettbewerb mit sechs eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern durchgeführt, den die 37-jährige Veronika Spierenburg gewonnen hat.

Fast ein Heimspiel

Veronika Spierenburg lebt ebenfalls in Zürich, ist aber wie Christian Vetter im Aargau alles andere als eine Unbekannte: Im Aargauer Kunsthaus hat sie etwa mehrfach in der «Auswahl» ausgestellt, 2014 in einer Einzelausstellung, nachdem sie den Manor Kunstpreis gewonnen hatte.

In der Strafanstalt Lenzburg hat Spierenburg 2016 das Werk «Hin und Zurück» aus 176 175 Mosaiksteinen als Kunst am Bau realisiert.

Ihre Kunst war unter anderem auch schon in London (wo sie studiert hat), in Helsinki, Berlin und Schanghai zu sehen. Jetzt hat sie fast ein Heimspiel: Die Künstlerin ist in Schlieren geboren, sie ist aber Bürgerin von Remetschwil. Voraussichtlich im Juni soll ihr neues Werk in Baden eingeweiht werden. Wie es aussehen wird, ist noch ein Geheimnis.