Krieg in der Ukraine
Ein Gratis-GA für Flüchtlinge mit Status S bis Ende Mai im Fricktal – wie handelt die A-Welle?

Flüchtende aus der Ukraine müssen für die Einreise in die Schweiz oder die Durchreise kein ÖV-Ticket lösen. Allerdings gibt es im Aargau Unterschiede - bis Ende Mai fahren Kriegsvertriebene aus der Ukraine im Tarifverbund Nordwestschweiz gratis.

Alessandro Crippa
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Ein Billett müssen Flüchtlinge aus der Ukraine zur Einreise in die Schweiz nicht lösen.

Ein Billett müssen Flüchtlinge aus der Ukraine zur Einreise in die Schweiz nicht lösen.

Archivbild: Walter Schwager

Der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) bietet Menschen, welche auf Grund des Kriegs aus der Ukraine geflüchtet sind, Hilfe an. Dazu schreibt er in einer Medienmitteilung vom Donnerstag: «Der sogenannte Schutzausweis S erlaubt diesen Personen die freie Benützung des ÖV im Gebiet des TNW Tarifverbund Nordwestschweiz.»

Die freie Benützung sei auf den Schweizer Boden des TNW begrenzt und bis am 31. Mai diesen Jahres befristet. Damit will der TNW ukrainischen Staatsbürgern «die Zeit des Ankommens in der Schweiz» erleichtern, heisst es in der Mitteilung weiter. Flüchtende dürfen während dieser Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel jederzeit nutzen. Das Angebot gilt innerhalb der Schweiz, aber nicht für die grenzüberschreitenden Zonen des TNW. Dennoch handelt es sich sozusagen um Gratis-GA.

Das Gebiet des Tarifverbunds Nordwestschweiz betrifft auch Teile des Kantons Aargau wie das Fricktal bis hin nach Schwaderloch oder Densbüren.

Für Einreise: Kein A-Welle-Billett nötig

Und wie regelt es die A-Welle, der Aargauer Tarifverbund? Sie stützt sich auf die Regelung von «Alliance SwissPass», die vorsieht, dass Flüchtende aus der Ukraine «den öffentlichen Verkehr kostenlos für die Einreise zu ihrem Bestimmungsort in der Schweiz oder die Durchreise» nützen können.

Monika Moritz, stellvertretende Geschäftsführerin und Projektleiterin des Unternehmens, sagt: «Wir haben der Gratis-Beförderung für Flüchtende aus der Ukraine mit Schutzstatus S zusammen mit anderen Verkehrsverbünden zugestimmt.» Wie lange diese Regelung gilt, ist allerdings noch nicht bekannt.

Monika Moritz, stellvertretende Geschäftsführerin der A-Welle.

Monika Moritz, stellvertretende Geschäftsführerin der A-Welle.

zvg

Der Tarifverbund Nordwestschweiz ist mit seinem Angebot für Flüchtende allein. Denn die A-Welle beabsichtigt, dass Flüchtende diese Gratis-Regelung für die Reise in die Schweiz bis zu ihrem ersten Aufenthaltsort und nicht später – in der Freizeit – nutzen.

Angst, dass Flüchtlinge die Regelung ausnutzen und ständig gratis mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, hat Monika Moritz indes nicht: «Flüchtende aus der Ukraine sind primär froh, wenn sie in der Schweiz heil angekommen sind und eine Unterkunft finden können. Deshalb glaube ich nicht, dass diese Regelung ausgenutzt wird», sagt Monika Moritz.