Sparmassnahme

Kanton Aargau streicht Stelleninserate im Schulblatt des Lehrerverbandes

Das Bildungsdepartement lässt im Aargauer Schulblatt keine Stelleninserate mehr abdrucken. (Symbolbild)

Das Bildungsdepartement lässt im Aargauer Schulblatt keine Stelleninserate mehr abdrucken. (Symbolbild)

Das «Schulblatt Aargau Solothurn» verliert seinen besten Inserenten: Aus Spargründen publiziert das Aargauer Bildungsdepartement Stelleninserate ab 2018 nur noch digital. Das hat Konsequenzen für die offizielle Zeitschrift des Lehrerverbandes.

Das «Schulblatt Aargau Solothurn» mit einer Auflage von rund 10 500 Exemplaren gilt als inoffizielle Pflichtlektüre für die Lehrpersonen in den beiden Kantonen. Es ist einerseits Sprachrohr der Lehrerverbände Aargau und Solothurn, andrerseits haben auch die Bildungsdepartemente Aargau und Solothurn sowie die Fachhochschule Nordwestschweiz ihren festen Platz für ihre Beiträge. So liefert das Schulblatt vierzehntäglich gebündelte, aktuelle Informationen zu Bildung und Schule. Seit Jahren schon gehören die hinteren Seiten des Schulblatts den Stellenanzeigen; je nach Saison machen diese jeweils zwischen drei und fünfzehn Seiten aus.

Bisher zahlte der Kanton Aargau die Inserate für die im Aargau gesuchten Lehrerinnen und Lehrer. Doch damit ist bald Schluss: Ab 2018 wird das Bildungsdepartement (BKS) Stelleninserate nur noch im Internet veröffentlichen. Der Verzicht des Kantons auf Stelleninserate im Schulblatt kommt nicht überraschend. «Der Kanton hat bereits 2014 angedeutet, dass er beabsichtigt, die Stelleninserate nur noch online zu schalten», sagt Schulblatt-Geschäftsführer und SP-Grossrat Manfred Dubach.

Dadurch habe die Geschäftsleitung genügend Zeit erhalten, sich auf die neue Situation vorzubereiten. Der Verlust des besten Inserenten habe zwar konkrete Auswirkungen auf das Schulblatt, stelle aber dessen Weiterbestehen nicht infrage. Die vom Kanton finanzierten Stelleninserate machten gut 10 Prozent des Umsatzes aus, der 2016 rund 930 000 Franken betrug. Geld, das nun fehlt.

Printausgabe bleibt vorläufig

Natürlich habe man sich überlegt, auch den redaktionellen Teil des Schulblatts nur noch digital herauszugeben. «Die Geschäftsleitung des Schulblatt ist jedoch überzeugt, dass die Printversion weiterhin ihre Berechtigung hat», sagte Dubach. Deshalb sei es noch zu früh, ganz zu einer digitalen Ausgabe zu wechseln. Dass der Wechsel eines Tages kommt und es keine gedruckte Ausgabe mehr gibt, hält Dubach für realistisch. «Wir prüfen auch bereits, ob wir zum gedruckten Schulblatt zusätzlich eine App aufschalten wollen.» Der Entscheid stehe noch aus.

Die zu erwartenden Mindereinnahmen zwingen zu Sparmassnahmen. Ab 2018 wird die Anzahl der Schulblatt-Ausgaben von 23 auf 20 reduziert. Zusätzlich müssen die Abo-Preise erhöht werden. Schliesslich hat man die Schulgemeinden darauf aufmerksam gemacht, dass sie künftig zu den gleichen günstigen Bedingungen, wie sie der Kanton bisher hatte, Stelleninserate im Schulblatt schalten können.

Dass der Kanton keine Inserate mehr schaltet, bringe letztlich auch eine willkommenen Klärung, sagte Dubach: «Wir sind jetzt völlig unabhängig vom Kanton – eine gute Voraussetzung für eine weiterhin gute Zusammenarbeit.»

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