Tausende haben sich in den vergangenen Tagen im Schwimmbad abgekühlt, Eintritt bezahlt, Glacés geschleckt und in den Badi-Bistros kühle Getränke bestellt. Rekordumsätze sind da vorprogrammiert. 

Im Gartenbad im Tägi Wettingen zählte man bis zu 4500 Eintritte pro Tag. «Natürlich machen wir an so heissen Tagen Rekordumsätze», sagt Kurt Müller, Betriebsleiter im Tägi Wettingen.

Trotzdem reichen diese Einnahmen auf die ganze Badesaison gesehen nicht für ein positives Jahresergebnis. Zu viele Tage seien nicht rentabel, weil nichts laufe. Gemäss Müller sind sämtliche öffentliche Bäderanlagen nicht gewinnbringend.

Schönes Wetter am liebsten schon im Juni

Das Schwimmbad im Schachen Aarau hatte während der heissen Tage auch viele Gäste. «Mehr Gäste bedeutet aber automatisch mehr Personal, zum Beispiel zusätzliche Putzequipen», sagt die Aarauer Stadträtin Regina Jäggi, die zuständig für die Ressorts öffentliche Sicherheit sowie öffentliche Anlagen und Entsorgung ist. Das kostet. Unter dem Strich wirken sich die Spitzentage in Aarau nicht auf das Jahresergebnis aus.

Mit einer Ausnahme: Schönes Wetter im ganzen Juni. «Im Juli sind Sommerferien, viele Leute verreisen und kommen nicht in die Badi», sagt Jäggi. Deshalb sei der Juni, was den Umsatz betrifft, für Freibäder der wichtigste Monat.

Jetzt schon mehr Einnahmen als 2014

Im Schwimmbad Walkematt in Lenzburg hat die Kasse dank der Hitzewelle fleissig geklingelt. Zwar müsse man für eine abschliessende Bewertung das Saisonende abwarten, «aber wir haben bereits jetzt mehr Einnahmen als in der ganzen letzten Saison», sagt Bademeister Christof Hübscher.

Die Badi habe wegen der zusätzlichen Gäste auch mehr Ausgaben: «Vor allem das Frischwasser und die zusätzliche Chemie sind teuer», so Hübscher. Die Kosten würden die Einnahmen aber nicht übersteigen.

Die Temperaturen steigen wieder an: Wetterprognosen für die Region vom Donnerstagabend, 9. Juli 2015.

Am Wochenende steigen die Temperaturen wieder an: Wetterprognosen für die Region vom Donnerstagabend, 9. Juli 2015.

Freude herrscht in Klingnau

Im Freiluftschwimmbad Grie in Klingnau hat sich Badmeister Urs Zimmermann über das schöne Wetter gefreut: «Solche heissen Tage mit vielen Gästen wirken sich positiv auf unser Jahresergebnis aus.» Gerade weil der Juni wettermässig nicht so toll war. «Wir hatten in den letzten Tagen mehr Besucher als im ganzen Juni.» Am letzten Sonntag zählte er 1450 Besucher, so viele wie noch nie in seiner fast 20-jährigen Zeit als Badmeister des Städtchens.

Die vielen Gäste bedeuten auch in Klingnau Zusatzkosten, zum Beispiel für Wasser, Chemie, Energie und Personal. «Am Sonntag waren wir zu dritt im Einsatz. Normalerweise machen wir das zu zweit oder alleine», so Zimmermann. Unter dem Strich übersteigen aber auch an solchen Tagen die Einnahmen die zusätzlichen Kosten.

Bei Ferienbeginn brechen die Einnahmen ein

Stefan Suter, Bademeister im Schwimmbad Bünzmatt in Wohlen, freut sich, dass die Hitzewelle vor Ferienbeginn angerollt ist und für volle Kassen sorgte: «Während der Sommerferien bezahlen die Kinder bei uns nämlich keinen Eintritt.» Das zeige sich sofort in den Zahlen: «Am Sonntag haben uns die Eintritte mehr als 8000 Franken in die Kasse gespült, am Montag waren es noch 1900 Franken», sagt Meier.

Die heissen Tage wirken sich also positiv auf das Endergebnis aus. Trotzdem: Ende Jahr einen Gewinn zu verzeichnen, ist auch in der Badi Wohlen «ein Ding der Unmöglichkeit». 

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