Arbeitsklima
Grosse Firmen im Aargau setzten auf Mitarbeiterumfragen

Eine Nachfrage bei Unternehmen der Region zeigt, dass gerade für grosse Firmen Mitarbeiterumfragen sehr wertvoll sind. Nicht nur, weil sie das Arbeitsklima verbessern.

Noemi Lea Landolt
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Die Neue Aargauer Bank (NAB) führt in der Regel alle zwei Jahre Mitarbeiterbefragungen durch. (Symbolbild)

Die Neue Aargauer Bank (NAB) führt in der Regel alle zwei Jahre Mitarbeiterbefragungen durch. (Symbolbild)

Rolf Jenni

Zufriedene Mitarbeiter sind die besseren Mitarbeiter. Mitarbeiterumfragen gehören deshalb auch in der Privatwirtschaft zum Standard. «Gerade in mittleren und grösseren Unternehmen», sagt Peter Lüscher, Geschäftsleiter der Aargauischen Industrie- und Handelskammer.

Er höre von Firmenvertretern, dass sie Mitarbeiterbefragungen gut finden und positive Erfahrungen damit machen. Es sei jedoch wichtig, die Ergebnisse der Befragungen nicht einfach nur zur Kenntnis zu nehmen: «Den grössten Nutzen erzielen Unternehmen, wenn sie die Resultate aufarbeiten und in Verbesserungsmassnahmen einfliessen lassen», sagt Lüscher.

Auch wenn wohl nie alle anonym geäusserten Wünsche erfüllt werden könnten, ist er überzeugt, dass ein guter Umgang mit den Resultaten das Arbeitsklima verbessere und den Betrieb auf dem Arbeitsmarkt attraktiver mache.

Damit Chefs am Puls bleiben

Auch Renate Kaufmann, Mitglied der Geschäftsleitung des Aargauischen Gewerbeverbands, findet Mitarbeiterumfragen ab einer gewissen Grösse «sinnvoll und wichtig, weil Chefinnen und Chefs nicht mehr jederzeit selber in jede Abteilung reinsehen können». Die Antworten der Mitarbeitenden schaffen hier Abhilfe, könnten etwa aufzeigen, in welchen Bereichen die Mitarbeitenden unzufrieden seien.

Das wiederum gebe der Chefetage die Möglichkeit, frühzeitig zu reagieren. «Denn Probleme im Arbeitsumfeld wachsen oft aus einer Unzufriedenheit heraus», sagt Kaufmann.

Kleine Unternehmen hingegen führen eher keine Mitarbeiterbefragungen durch. «Dort ist es aber auch nicht nötig, weil der Kontakt zu den Mitarbeitenden sehr direkt ist und allfällige Probleme geklärt werden können, wenn sie anstehen», sagt Kaufmann.

Wichtige Rückmeldungen

Eine Nachfrage bei grösseren Unternehmen in der Region zeigt, dass Mitarbeiterbefragungen zum Standard gehören. Die ABB führe themenspezifische Umfragen durch, die an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet seien, sagt Mediensprecherin Vanessa Flack.

Solche zielgerichteten Mitarbeiterumfragen hätten sich in der Vergangenheit sehr bewährt. «Zurzeit überarbeiten wir unseren Ansatz und planen, vermehrt in Richtung ‹Pulse Surveys› zu gehen, die es erlauben, Momentaufnahmen durchzuführen.»

Die Neue Aargauer Bank (NAB) führe in der Regel alle zwei Jahre Mitarbeiterbefragungen durch, sagt Mediensprecher Roland Teuscher. Es seien die Mitarbeitenden einer Bank, die den Unterschied ausmachten, deshalb sei deren Weiterentwicklung von strategischer Bedeutung. «Die Umfragen geben uns wichtige Rückmeldungen zur Befindlichkeit», sagt Teuscher.

Je nach Ergebnis und Thema würden daraus Massnahmen abgeleitet, die teilweise auch gemessen oder in Zielvereinbarungen einfliessen würden.