Die Ideen des Kantons zum Verkehr der Zukunft in Baden sorgten Anfang Monat für reichlich Gesprächsstoff: Die Hochbrücke soll spätestens ab 2040 für den Autoverkehr gesperrt werden, zudem sind ein Tunnel durch den Martinsberg sowie eine neue Brücke für Autos von Baden nach Wettingen geplant (AZ vom 4. Dezember). Auf den ersten Blick nur eine unbedeutende Nebenrolle beim Projekt Ostaargauer Strassenentwicklung (Oase) scheint der Veloverkehr zu spielen: Das Velowegnetz soll ausgebaut werden, hiess es im Dezember, wobei eine Ergänzung des Netzes um das Element Velovorzugsrouten vorgesehen sei.

Weitere Details will das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) vorerst nicht preisgeben. Gemäss AZ-Informationen hat der Kanton aber vor, in den kommenden Jahren alleine in der Region Baden rund 50 Millionen Franken für den Veloverkehr zu investieren. Damit soll unter anderem eine Velovorzugsroute erstellt werden, die von Neuenhof via Wettingen, Baden und das Siggenthalerfeld nach Turgi und schliesslich Brugg führt. Gemäss eines Dokuments des BVU von September werden diese Veloschnellrouten einen hohen Standard bezüglich Sicherheit und Komfort aufweisen, wobei sie so gestaltet werden sollen, dass die Velofahrer weitgehend vortrittsberechtigt sind.

Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht

Inzwischen ist nicht mehr die Rede von Veloschnellrouten, sondern von Velovorzugsrouten, weil nicht der Eindruck entstehen soll, dass ohne anzuhalten und in hohem Tempo durchgefahren werden kann. Der Plan ist es aber, eine Achse zu erstellen, auf denen Velofahrer ohne grosse Hindernisse ans Ziel gelangen können. Ein grosser Teil der Velovorzugsrouten soll auf bestehendem Netz zu stehen kommen, wobei es jedoch notwendig sein wird, dass kurze Eigentrassierungen erstellt werden.

Aktuell befindet sich das Projekt in der internen Vernehmlassung. Neben den Velovorzugsrouten soll in den kommenden Jahren bis 2040 auch das gesamte weitere Velonetz in der Region aufgewertet werden, durch Behebung von punktuellen Schwachstellen und der Erhöhung der Infrastrukturstandards zur Steigerung der Sicherheit.

Ein Politiker, der seit längerer Zeit Verbesserungen für den Veloverkehr fordert, ist Jürg Caflisch (SP) aus Baden. Der Präsident des VCS Aargau sagt: «Ich kenne die Pläne nicht im Detail. Einer Velovorzugsroute in der Region Baden steht der VCS aber sehr positiv gegenüber. Es soll einfach darauf geachtet werden, dass möglichst wenig zusätzliches Land dafür gebraucht wird.»