Freddy Nock

Fall Nock: Berufung angemeldet – ob das Urteil ans Obergericht weitergezogen wird, bleibt noch offen

Die Staatsanwaltschaft Zofingen AG und die Verteidigung haben zur erstinstanzlichen Verurteilung des Hochseilartisten Freddy Nock Berufung angemeldet. Die Staatsanwaltschaft hatte vor Bezirksgericht eine höhere Strafe gefordert, der Verteidiger einen Freispruch.

Der Hochseilartist Freddy Nock und die Staatsanwaltschaft haben gegen das Urteil des Bezirksgerichts Zofingen Berufung angemeldet. Ob sie das Urteil ans Obergericht weiterziehen – also auch Berufung erklären –, entscheiden sie erst nach Erhalt des begründeten Urteils, wie die beiden Parteien auf Anfrage der AZ mitteilen.
Das Bezirksgericht Zofingen hatte Freddy Nock am 11. Dezember wegen versuchter vorsätzlicher Tötung seiner Ehefrau zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Zehn Monate davon muss er absitzen.

Verteidiger verlangte Freispruch

Es ging um einen Vorfall im Jahr 2013. Freddy Nock hatte sich während eines heftigen Streits auf den Oberkörper seiner Frau gesetzt und ihr mit beiden Händen ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. Er hatte nicht aufgehört, bis sie sich tot stellte.

Staatsanwalt Simon Burger hatte vor Bezirksgericht eine Freiheitsstrafe von sieben einhalb Jahren gefordert. Im Gerichtssaal sagte er, dass Nock, der in den Medien als freundlicher Artist und Botschafter der Schweiz bekannt sei, auch eine andere Seite habe:

«Er hat finanzielle Probleme, hat Kokain konsumiert und ist gegenüber seiner Frau gewalttätig geworden.» Darunter hätten nebst der Ehefrau vor allem die Kinder gelitten. Nocks Verteidiger Rudolf Studer verlangte einen vollumfänglichen Freispruch.

Er argumentierte, dass Freddy Nocks Ehefrau im Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen Sohn ein Machtspiel gegen seinen Mandanten führe. «Sie versuchte, ihn durch Anzeigen schlechtzumachen, um seine Chancen auf eine Obhut zu schmälern.»

Nach der Gerichtsverhandlung kam Freddy Nock direkt in Sicherheitshaft, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Nach acht Tagen im Gefängnis kam er letzte Woche frei. Die Beschwerdekammer des Obergerichts hatte die Flucht- und Wiederholungsgefahr anders eingeschätzt als das Bezirksgericht Zofingen. (nla)

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