EM-Euphorie
Public Viewing: Die Warnung von KSA-Infektiologe Fux und sein Rat an die Fussballfans

Auch Christoph Fux, Chef Infektiologie am Kantonsspital Aarau (KSA), freut sich auf das Viertelfinal-Spiel der Schweiz am Freitagabend. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, wie schnell sich die hochansteckende Delta-Variante in Menschenansammlungen verbreiten kann.

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Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am KSA.

Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am KSA.

Britta Gut

Auch Christoph Fux, Chef Infektiologie am Kantonsspital Aarau, hat sich das Spiel gegen Frankreich mit ungläubigem Staunen angeschaut und freut sich auf den Viertelfinal gegen Spanien heute Abend.

Aus Sicht des Infektiologen macht er sich aber auch Sorgen im Hinblick auf grosse Menschenansammlungen, die ausgelassen feiern: «Für einen Grossteil der Ansteckungen sind wenige Superspreader verantwortlich, die selber nicht einmal symptomatisch sein müssen, das zeigen Studien klar.»

Kein Halten mehr: Wenn die Stimmung explodiert, wie hier in Baden nach dem Sieg der Schweiz gegen Frankreich, ist die Gefahr des Coronavirus vergessen.

Daniel Vizentini

Chefarzt Fux ist sich bewusst, dass sich Regeln nur schwer durchsetzen liessen, wenn in und rund um Beizen Menschen dicht gedrängt feiern und trinken. «Wenn man in der Menge den Match schauen will, dann am besten draussen. Unter freiem Himmel ist die Ansteckungsgefahr bekanntlich weniger gross als in Innenräumen.» Auch Maskentragen würde das Risiko vermindern.

Der Königsweg ist aber ein anderer, betont Fux: Impfen! «Wer sich impft, hat alle Freiheiten zu machen, worauf er oder sie Lust hat.» Es sei so banal und so effizient: «Wer sich gegen Covid impft, hat und bietet einen sehr grossen Schutz auch gegen die Delta-Variante, welche auch bei uns die Fünf-Prozent-Marke überschritten hat und in wenigen Wochen vorherrschend sein dürfte.»

Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger wahrscheinlich seien Ansteckungen in Menschenmengen. Zahlreiche Studien hätten mittlerweile bestätigt, dass auch asymptomatische Übertragungen um über 90 Prozent reduziert würden, sagt Fux.

Zurzeit sind 48 Prozent der Bevölkerung mindestens schon einmal geimpft, aber noch 52 Prozent ungeimpft.

Die Hemmschwelle für Junge, sich impfen zu lassen, ist im Aargau seit gestern nochmals tiefer gelegt: Man kann sich ohne Voranmeldung und gratis auch in Impfzelten vor Migros- und Coop-Filialen impfen lassen. (roc)

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